«Wenn überhaupt, war es eine Unsportlichkeit des Gegenspielers, dann wäre es Gelb-Rot für de Camargo gewesen. So ist es anders gekommen: Rot für Hubnik, Tor für Gladbach, Sieg für Gladbach», fluchte ein aufgebrachter Skibbe: «Unfassbar, unfassbar.» Herbert Fandel, Chef der DFB-Schiedsrichterkommission, nahm Brych in Schutz: «Trotz aller Kritik an der Schiedsrichterentscheidung darf nicht vergessen werden, dass hier ein Spieler durch seine Theatralik den Fairplay-Gedanken mit Füßen getreten hat. Das ist die Ursache.» Hubnik wurde nach Tatsachenentscheidung dennoch für ein Pokalspiel gesperrt, gegen de Camargo kann nicht mehr ermittelt werden. Auch wenn es Brych inzwischen leid tue, «für uns ist der Schaden viel größer als die entgangene Finalchance und Einnahmen in Millionenhöhe», betonte ein noch immer wütender Preetz angesichts des verpassten Befreiungsschlags nach neun Ligaspielen ohne Sieg. Vier Spiele - vier Niederlagen mit Skibbe: «Wir brauchen einfach die Belohnung», sagte Kapitän Andre Mijatovic. Im Ligaspiel am Samstag in Stuttgart fällt nach Christian Lell (Muskelverletzung) allerdings nun auch noch Fabian Lustenberger (Fußprellung) aus. Diplomat Favre wollte sich gar nicht lange mit der ersten Halbfinal-Teilnahme seiner Borussia nach acht Jahren und vor allem mit der Schauspieleinlage von de Camargo beschäftigen. «Ich war auf eine andere Sache konzentriert und total überrascht. Ich kann es nicht beurteilen», sagte der Schweizer zu Brychs Pfiff. «Jetzt hat schon die Vorbereitung gegen Schalke begonnen», schloss Favre an. Am Samstag steht in der Bundesliga der nächste Knaller für das Überraschungsteam der Saison an. Halbfinale? Vierter Platz? «Das sind nicht meine Gedanken. Ich muss schnell arbeiten», erklärte der Gladbach-Coach mit einem Lächeln und funkelnden Augen. Nun will er am 12. Mai zum Pokalfinale in seinen ehemaligen Arbeitsort Berlin zurück.
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