Immerhin förderten Heynckes' Umbaumaßnahmen quasi nebenbei auch eine halbwegs beruhigende Ersatzlösung für das defensive Mittelfeld zutage. «Luiz Gustavo hat ein überragendes Spiel gemacht», lobte der Trainer. «Wir haben defensiv fast nichts zugelassen, was auch sehr wichtig ist für die nächsten Wochen.» Als Partner für den Brasilianer kommen David Alaba und Anatoli Timoschtschuk infrage, denn die wichtigste Erkenntnis aus dem Sieg in Stuttgart ist: Mit zwei eher sicherheitsorientierten Sechsern und Toni Kroos auf der Spielmacher-Position ist das Spiel der Bayern nicht mehr so durchschaubar und langatmig wie in den Wochen zuvor. «Ich musste nach dem holprigen Rückrunden-Start etwas ändern», erklärte Heynckes. Kroos wieder zentral offensiv spielen zu lassen, war dabei der entscheidende Zug. Der 22-Jährige wirkte in seiner Lieblingsrolle viel präsenter, das gesamte Bayern-Spiel deutlich ideenreicher. «Es hat mir sehr gut gefallen, ich konnte meine Qualitäten auf der Position wieder gut ausspielen», sagte Kroos. Leidtragender dieser Umstellung war Robben. Weil Thomas Müller vom Zentrum auf den rechten Flügel ausweichen musste, blieb für den 28-Jährigen kein Platz mehr im Team. «Das hatte nichts mit Arjen zu tun, es hätte nach den letzten Spielen auch jeden anderen unserer Offensivleute treffen können», sagte Heynckes. Für den Niederländer ist das dennoch eine neue Situation: Zum ersten Mal muss er in München um seine Position kämpfen. Entsprechend wort- und grußlos eilte er nach dem Spiel in den Bus. Am Donnerstag dürfte sich seine Laune nicht wesentlich gebessert haben, denn da gaben die Bayern wie erwartet die Verpflichtung von Xherdan Shaqiri für die nächste Saison bekannt. Auch der Schweizer Nationalspieler vom FC Basel spielt am liebsten Rechts- oder Linksaußen.
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