Nach Siegen über Energie Cottbus (3:0) und MSV Duisburg (2:0) fordern die Kicker aus der Handball-Hochburg Kiel nun den Erstligisten FSV Mainz 05 heraus. Die Euphorie beim Tabellenzweiten der Regionalliga Nord, für den in dieser Saison der Aufstieg in die 3. Liga Priorität hat, ist riesengroß. «Wir haben es geschafft, das Umfeld wieder für Fußball zu begeistern», erklärt Manager Andreas Bornemann. Bislang haben die Holsteiner bereits gut eine Million Euro durch den Pokal eingenommen, mit dem Erreichen des Viertelfinals käme rund eine weitere Million hinzu. Damit hätte man bereits den kompletten Saison-Etat der Fußball-Abteilung gedeckt. Kiel wäre nach dem 1. FC Magdeburg (2000/2001) erst der zweite Viertligist, der seit Bundesliga-Bestehen das Viertelfinale erreicht. «Wir wollen nach Berlin und dürfen Bochum nicht unterschätzen. Das werden wir auch nicht tun», versichert Bayern Münchens Toptorjäger Mario Gomez vor der Partie beim wieder erstarkten Zweitligaclub VfL Bochum am Dienstag im seit Wochen mit knapp 30 000 Zuschauern ausverkauften rewirpower-Stadion. Dass man sich nach dem in allen Wettbewerben erfolgreichen Halbjahr die vorweihnachtliche Stimmung beim Herbstmeister nicht vermiesen lassen möchte, macht auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge deutlich: «Wir müssen Bochum schlagen. Dann gehen Mannschaft, Trainer und wir alle in den Urlaub.» Tief im Westen fiebern die Fans dem Duell mit dem Rekordmeister entgegen. Zwar lief es für den Zweitliga-Neunten nach der in der Relegation gegen Gladbach knapp verpassten Bundesliga-Rückkehr vor allem zu Beginn der neuen Saison nicht gut. Unter Trainer Andreas Bergmann bewies der VfL zuletzt aber ansteigende Form. Dennoch wäre ein Sieg über die Bayern eine Sensation. «In der aktuellen Verfassung der Bayern gewinnen wir vielleicht eins von 100 Spielen gegen sie», sagt VfL-Mittelfeldspieler Christoph Kramer, fügt aber selbstbewusst hinzu: «Warum soll dieses eine Spiel nicht am Dienstag stattfinden?» Womöglich nehmen er und seine Kollegen sich zu Herzen, was Vorstandsmitglied Frank Goosen schon als kleiner Fan auf der VfL-Tribüne lernte und gern in seinem Kabarett-Programm zum Besten gibt: «Die kochen auch nur mit Wasser, die Tiroler.»
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