Einsatzleiter: Dresdner Rowdys kaum zu bändigen
Frankfurt/Main (dpa) - 24.11.2011, 18:42 Uhr
Die randalierenden Fans bringen Dynamo Dresden in finanzielle Nöte. Foto: Kevin Kurek
Mit drastischen Worten hat der Polizei-Einsatzleiter vor dem DFB-Sportgericht die teilweise Ohnmacht der Sicherheitskräfte bei den schweren Ausschreitungen Dresdner Rowdys beim Pokalspiel in Dortmund beschrieben. «Es wäre ein Blutbad entstanden - das sage ich hier so deutlich - wenn wir härtere Maßnahmen getroffen hätten», sagte der Dortmunder Polizeidirektor Peter Andres am Donnerstag bei der Verhandlung gegen den Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden in Frankfurt/Main. «Bürgerkriegsähnliche Zustände» wollte die Polizei unbedingt vermeiden, zu heftigen Krawallen kam es am 25. Oktober dennoch. Die 1400 Polizisten konnten die Randalierer zwischenzeitig kaum noch im Griff halten, so Andres. Wegen der Ausschreitungen hatte der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen kompletten Ausschluss von Dynamo für die kommende Pokalsaison gefordert, dagegen wehrte sich der Zweitligist bei der Verhandlung unter dem Vorsitzenden Richter Hans E. Lorenz.
Einsatzleiter Andres schilderte in seiner Zeugenvernehmung, oberstes Ziel der Beamten sei zunächst gewesen, einen angekündigten Marsch durch die Stadt auf das Stadion zu verhindern. Die Polizei richtete den Dresden-Anhängern einen Parkplatz mit drei Bierständen als Alternative ein. Zunächst ging die Rechnung auf und 4500 Fans sammelten sich, aber die Situation spitze sich schnell zu. «Überall da wo Fahrzeuge einparkten, explodierten Böller», sagte Andres. «Das Ganze eskalierte auf dem Stadionvorplatz.» Fans sprangen demnach einfach über die Absperrungen und versuchten, das Stadion zu stürmen. Die Polizei schloss daraufhin die Türen der Arena. Die ausgeschlossenen Dynamo-Anhänger hätten laut Andres mit Flaschen, Böllern und Pyrotechnik geantwortet. «Ordner und Polizisten mussten sich 20 Minuten bewerfen lassen.» |