Die Auslands-Rechte spielen bei der Pokal-Vermarktung für den DFB zunächst eine untergeordnete Rolle. «International sollen unsere Länderspiele und DFB-Pokal zusammen vergeben werden», sagte Niersbach. Wie das geschehe, sei «noch offen und zwar unabhängig von dem Urteil». Für den deutschen Markt hat der DFB die Länderspiele im Mai für weitere vier Jahre bis 2016 an ARD und ZDF vergeben. Geschätzte 175 Millionen Euro bringt dem Verband das Rechte-Paket, zu dem auch die Begegnungen der Frauen-Nationalmannschaft, der Frauen-Bundesliga sowie der 3. Liga gehören. Probleme oder Einbußen bei der Auslandsvermarktung könnten angesichts dieser gewaltigen Einnahme verkraftet werden. Wie der DFB demonstrieren auch die meisten Proficlubs Gelassenheit und sehen sich durch die Umwälzungen kaum betroffen. «Die Bundesliga ist von diesem Urteil kaum betroffen, sondern in erster Linie die Premier League», sagte Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Beim FC Bayern München, dessen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Vorfeld von «gefährlichen Zeiten» gesprochen hatte, mochte das Urteil niemand kommentieren. «Wenn überhaupt, dann geht es um die Auslandsvermarktung, da nimmt die Bundesliga aber ohnehin nicht viel ein», sagte Watzke. Derzeit sind das rund 50 Millionen pro Saison, davon die Hälfte in Europa, während die Liga im Inland etwa 420 Millionen kassiert. «Wir werden sehen, dass in zwei, drei Jahren kein Verein aus der Bundesliga weniger Geld haben wird», prognostizierte der BVB-Geschäftsführer. Hannovers-Sportdirektor Jörg Schmadtke erklärte: «Grundsätzlich ist es ratsam, nicht in Panik zu verfallen und das Urteil mit der entsprechenden Begründung sehr genau zu lesen.» Der 96-Geschäftsführer erklärte: «Ich bin sicher, dass die DFL auch in diesem Fall die Interessen der Clubs mit großer Sorgfalt wahrnehmen wird.» Die DFL will die Bundesligarechte Ende des Jahres ausschreiben und hat daher genügend Zeit, das EuGH-Urteil zu berücksichtigen.
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