Berlin (dpa) - 29.07.2011, 13:05 Uhr
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Gekaufte Schiedsrichter, verbrannte Stasi-Millionen und ein mysteriöser Todesfall: Die Negativ-Schlagzeilen der Vergangenheit lasten noch heute schwer auf dem BFC Dynamo. Doch nicht nur aus Ost-Zeiten resultiert das schlechte Image des Fußballvereins aus Berlin.
Insolvenzen und randalierende Hooligans prägten nach der Wende das Bild des Clubs in der Öffentlichkeit. Am Samstag will der BFC in der Pokalpartie gegen den 1. FC Kaiserslautern sein Image aufbessern.
Zumindest für 90 Minuten taucht der von vielen schon fast vergessene Verein, der zwischen 1979 und 1988 zehn DDR-Meistertitel feierte, nun wieder auf der großen Fußballbühne auf. Nach seinem zweiten Erfolg im Berliner Fußball-Pokal kann der Fünftligist zum dritten Mal Anlauf im DFB-Pokal nehmen. Die ersten beiden überregionalen Auftritte nach der deutschen Einheit endeten eher geräuschlos: Gegen den SC Freiburg wurde 1991 ebenso 0:2 verloren wie acht Jahre später gegen Arminia Bielefeld.
Gegen die Lauterer rechnet der BFC mit mindestens 8000 Zuschauern. Vielleicht wird sogar der Nachwende-Rekord geknackt, als vor zehn Jahren 8282 Fans den BFC zur Regionalliga-Relegation gegen Magdeburg sehen wollten. Mit einer groß angelegten Plakataktion hat der ehemalige Stasi-Verein, der seine Titel auch korrupten Schiedsrichtern verdankte, versucht, Werbung für das «Spiel des Jahres» zu machen und bewusst auch in Gefilden des ungeliebten Rivalen Union «gewildert». «Es ist ein besonderes Spiel. Es wäre ja fahrlässig, wenn wir die Menschen nicht drauf aufmerksam machen würden», begründete Coach und Ex-Profi Heiko Bonan die Maßnahme.
Obwohl die Partie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Polizei als «Risikospiel» eingestuft ist und einige Polizei-Hundertschaften Präsenz zeigen werden, gehen die Gastgeber davon aus, dass es friedlich bleibt. «Unsere Fans wissen, was auf dem Spiel steht», erklärte Pressesprecher Martin Richter. In der Vergangenheit waren gewaltbereite Fans des BFC negativ aufgefallen, hatten vor fünf Jahren im Ortsderby gegen Union sogar einen Spielabbruch provoziert.