«Wir haben sehr konzentriert gespielt. Deshalb war es am Ende auch eine klare Sache. Das war aber nicht so einfach heute. Eigentlich war es erst nach dem 3:0 klar», stellte Schalke-Coach Rangnick fest. Sein Gegenüber Milan Sasic beklagte den Ausfall einiger Stammspieler: «Wir haben es nicht geschafft, mehr zu machen. Es war heute auch so deutlich, weil bei uns die Leistungsträger gefehlt haben. Leider war nicht mehr drin.» Nach zuletzt sechs Pflichtspiel-Niederlagen am Stück wurden die Knappen ihrer Favoritenrolle im Ruhrpott-Derby vollauf gerecht. Denn das von Coach Milan Sasic anfangs gut eingestellte Duisburger Team schaffte es nur eine Viertelstunde lang, den Bundesliga-14. in Schach zu halten. Dann schlug sich die größere individuelle Klasse der Schalker auch in Treffern nieder. Konnte MSV-Keeper David Yelldell gegen Kyriakos Papadopoulos (15.) noch einen Gegentreffer verhindern, schlug es kurz danach gleich zweimal in seinem Kasten ein. Ausgangspunkt beim königsblauen Doppelschlag war jeweils Jefferson Farfan mit zwei mustergültigen Pässen. Der quirlige Peruaner bediente zunächst den 17-jährigen Draxler, der bei seiner ersten Pokal-Partie von Beginn an mit einem knallharten Schuss von der Strafraumgrenze für das 1:0 sorgte. Der Schüler hatte S04 mit seinem 3:2-Siegtor gegen Nürnberg Ende Januar ins Halbfinale geschossen. Vier Minuten später spritzte Huntelaar in Farfans Zuspiel und spitzelte den Ball am zu spät reagierenden Yelldell vorbei in die kurze Ecke. Der Niederländer stand nach langwierigen Verletzungsproblemen erstmals seit Ende Februar wieder in der Schalker Startelf. Die «Zebras» benötigten mehr als eine halbe Stunde, um sich von dem Schock zu erholen. Dann kamen sie gefährlich vor Neuers Tor. Doch weder Olcay Sahan (36.) noch Sefa Yilmaz (40.) schafften es, den Ball aus aussichtsreicher Position am Nationalkeeper vorbeizubringen. Wie einfach das Toreschießen ist, verdeutlichte dafür auf der Gegenseite Höwedes. Nach Farfans Eckball war der Abwehrspieler schneller am Ball als der zögernde Yelldell und köpfte zum 3:0 ein. Erinnerungen an den bisher höchsten Sieg in einem Pokalfinale - Schalkes 5:0 gegen Kaiserslautern vor 39 Jahren - wurden wach. Erst recht, als Jurado in der 55. Minute mit einem trockenen Schuss in die kurze Ecke zum vierten Mal ins Schwarze traf. Dann trug sich Huntelaar noch ein zweites Mal in die Schützenliste ein und sorgte gegen die Duisburger für die Einstellung des Rekordes. Der MSV ergab sich in sein Schicksal und zeigte in der Schlussphase kaum noch Gegenwehr.
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