Chaos beim 1. FC Eschborn - Insolvenz droht
Eschborn (dpa) - 24.01.2006, 13:46 Uhr
Richard Scudamore vor einer Konferenz in Brüssel im Oktober 2005.
Nach einer beispiellosen Rücktrittswelle ist beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Eschborn das Chaos ausgebrochen. Nach der Amtsaufgabe von Präsident Karl Müller aus persönlichen Gründen sowie von Vizepräsident Markus Buch hat nach Vereinsangaben der Hauptsponsor Tofik Davidoff seine schriftlich fixierten Zusagen zurückgezogen. Ebenfalls am gleichen Tag hatte auch der sportliche Leiter René Deffke das Handtuch geworfen. «Die Situation ist ernst. Der Verein ist bekannter Maßen ohnehin in einer schwierigen finanziellen Situation», sagte Eschborns Pressesprecher Ralf Kissau. Zuvor waren die Spieler von dem noch verbliebenen Vizepräsidenten Thomas Rose über die prekäre Lage des Tabellen-Letzten informiert und vom geplanten Frühstück vor dem Training nach Hause geschickt worden. Nach Informationen des TV-Senders «rheinmaintv» hätten die Spieler sich schon von einander verabschiedet.
Bereits im Frühjahr 2005 stand Eschborn vor der Insolvenz. Damals hatte die Stadt nach langem Zögern mit einer Bürgschaft in Höhe von einer Million Euro den Club und die spätere Regionalliga-Lizenz gerettet. Seitdem sind pro Monat 50 000 Euro Rückzahlung des 1. FC an die Stadt fällig, die entscheidend an der Einsetzung von Präsident Müller beteiligt gewesen war. Trainer Klaus Scheer verdeutlichte den Ernst der Lage. «Dem Verein bleibt nicht viel Zeit, zu reagieren. Wenn der Sponsor ausfällt, ist die finanzielle Grundlage des Vereins entzogen. Keiner weiß, wie es weiter geht. Die Spieler haben Angst. Sie brauchen Klarheit, denn die Wechselfrist läuft am 31. Januar ab», sagte Scheer. Der ehemalige Schalker Bundesligaprofi war mit Eschborn aufgestiegen, aber noch während der Saison-Vorbereitung 2005 entlassen worden. Nachfolger Ramon Berndroth musste Ende September wegen Erfolglosigkeit ebenfalls gehen und wurde wieder von Scheer ersetzt.
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