Süden wirtschaftet mit Augenmaß - Augsburg Krösus
Leipzig (dpa) - 02.08.2005, 11:18 Uhr
Ronaldo (r) im WM-Qualifikationsspiel gegen Peru im März.
Die Vereine der Fußball-Regionalliga Süd gehen bei ihren Haushaltsplanungen kein Risiko ein. Der Gesamtfinanzrahmen für die Saison 2005/2006 bewegte sich daher nur leicht nach oben. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) stehen den 18 Vertretern mindestens 25,8 Millionen Euro zur Verfügung, wobei der VfB Stuttgart, der 1. FC Kaiserslautern und der Karlsruher SC für ihre zweiten Mannschaften keine Angaben machten. Insgesamt erhöhten sich die Etats um 750 000 Euro im Vergleich zur vergangenen Spielzeit. Fünf Vereine erhöhten ihre Budgets, drei Clubs planen mit kleineren Etats. Die «Zweiten» von Bayern München (1 Million Euro) und TSV 1860 München (1,0) sowie die TSG Hoffenheim (2,0), der SC Pfullendorf (1,0), der SV Wehen (1,8) und Finanzkrösus FC Augsburg (3,5) gehen unter gleichen Bedingungen wie im Vorjahr in die Saison. Dass die Mannschaften offenbar mit Augenmaß wirtschaften, bewertete Hans Scheuerer, Geschäftsführer des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV), positiv. «Offensichtlich hat sich die Vernunft bei den Vereinen durchgesetzt. Die vergangene Saison hat gezeigt, wohin es führt, wenn Zahlen nicht richtig geführt werden», sagte Scheuerer in Anspielung auf die Finanzprobleme des 1. FC Feucht.
Die Marschrichtung im oberen Budgetdrittel scheint klar: Während der Vorjahresvierte Augsburg seinen Etat stabil hielt, rüsteten die weiteren Favoriten auf. Um jeweils 500 000 Euro stockten der SSV Jahn Regensburg (3,0) sowie der VfR Aalen (2,5) ihre Etats auf. Auch beim SV Darmstadt 98 schlägt sich die Mission Aufstieg auffällig im Finanzhaushalt nieder. Mit 1,5 Millionen Euro rangieren die Hessen zwar nur im Mittelfeld neben TuS Koblenz (1,5/+0,3) und Aufsteiger Spielvereinigung Bayreuth (1,5). Im Vergleich zum Vorjahr (700 000 Euro) hat sich der Etat jedoch mehr als verdoppelt. Ihr Budget aufgestockt hat zudem die Spielvereinigung Elversberg (1,2/+0,1). Den größten Aderlass musste Zweitliga-Absteiger SV Eintracht Trier verkraften. Für den Neuanfang in der dritten Liga hat der Verein aus der ältesten deutschen Stadt seinen Etat von 4,5 Millionen Euro auf nunmehr 1,8 Millonen mehr als halbiert. Abgespeckt haben auch die Stuttgarter Kickers (1,2/- 0,3), die damit die gleichen finanziellen Bedingungen wie Oberliga-Aufsteiger 1. FC Eschborn haben. Mit dem kleinsten Etat der neben den zweiten Mannschaften geht der SC Pfullendorf ins Rennen, der sein Budget erneut um 100 000 Euro auf nun eine Million kürzte. Das finanzielle Gefälle zwischen den Budgets führte Hans Scheuerer auf das jeweilige lokale Wirtschaftsumfeld der Clubs zurück. «Letztlich ist aber nicht die Höhe des Etats entscheidend, sondern dass er solide aufgestellt ist und eingehalten werden kann», betonte der SFV-Geschäftsführer.
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