Leipzig (dpa) - 25.07.2007, 11:02 Uhr
Während Eintracht Braunschweig, Rot-Weiss Essen und Dynamo Dresden in der Regionalliga Nord nach mehrheitlicher Meinung der 19 von der Deutschen Presse-Agentur dpa befragten Trainer um den Aufstieg kämpfen werden, geht es in dieser Saison für die restlichen Vereine um die Wurst:
Nur wer bis Platz zehn einkommt, qualifiziert sich für die neue, eingleisige 3. Profiliga. Dabei zeichnet sich vor dem ersten Spieltag am 28. Juli bereits ab, dass die Clubs großen Kraftanstrengungen entgegen gehen. «Das Wettrüsten ist schon im vollen Gange», stellt Willi Kronhardt von VfL Wolfsburg II wie auch zehn seiner Kollegen fest.
Die besten Chancen auf die Meisterschaft räumen die verantwortlichen Trainer Eintracht Braunschweig ein. 15 nennen die Niedersachsen trotz der schlechten Vorsaison (Platz 18 in der 2. Bundesliga) als Top-Favorit. Rot-Weiss Essen trauen 13 den sofortigen Wiederaufstieg zu und 11 rechnen damit, dass Dynamo Dresden erneut den Sprung ins Fußball-Unterhaus schafft. Fortuna Düsseldorf (9) und der Wuppertaler SV Borussia (5) folgen auf den weiteren Plätzen. Bemerkenswerterweise rangiert der im Vorjahr erst auf der Ziellinie geschlagene 1. FC Magdeburg mit drei Votings unter ferner liefen.
Schuld ist der Investitionsboom bei den Konkurrenten: «Viele gehen ans Limit», konstatiert Stefan Emmerling von Kickers Emden, dem ebenfalls nur drei Kollegen eine ähnlich gute Rolle wie im Vorjahr (4.) zutrauen. «Im Kampf um die neue 3. Liga möchte kein Verein herunterfallen, das ist normal», weiß Uwe Erkenbrecher vom VfB Lübeck. Karsten Bäron vom Hamburger SV II glaubt sogar, dass das erst der Anfang ist: «Sicherlich werden die Ausgaben bei vielen Vereinen höher sein als zuletzt, besonders in der Winterpause dürfte noch nachgelegt werden», orakelt der ehemalige Bundesliga-Stürmer.
«Die 3. Liga ist für die jetzigen Regionalligisten überlebensnotwendig», erklärt Norbert Meier von Dynamo Dresden: «Sie bedeutet, auch weiterhin Fernsehgelder zu erhalten und in einer attraktiveren Liga zu spielen.» In der Regionalliga, dann nur noch vierthöchste Spielklasse, beginnt dagegen der Amateurbereich, womit die Aufmerksamkeit des Fernsehens und damit die Attraktivität für Sponsoren sinkt. «Es muss sicher jeder Verein selbst entscheiden, wie viel finanzielles Risiko er dafür geht und ob er sich verschuldet», stellt Meier fest: «Aber ich denke, dass die jeweiligen Vorstände genügend Verantwortung und Augenmaß haben werden, sich nicht zu übernehmen.»
Immerhin, nicht alle sind bereit, für das Erreichen der 3. Profiliga über ihren Verhältnissen zu wirtschaften. «Was uns anbetrifft, wir wollen zwar auch in diese lukrative Spielklasse, doch über unsere Verhältnisse werden wir nicht leben», erklärt Rastislav Hodul vom Aufsteiger SV Babelsberg 03. Naturgemäß etwas gelassener können die zweiten Mannschaften der Bundesligisten dem Kommenden entgegensehen: «Wir sind in erster Linie eine Ausbildungsmannschaft. Wichtig wird sein, die Nerven zu behalten. Für einige Vereine gibt es nur hopp oder top. Aber meine Erfahrung ist: Im Fußball geht es immer weiter», sagt Heiko Weber von Energie Cottbus II.