Leipzig (dpa) - 31.07.2006, 12:31 Uhr
Die WM-Euphorie in Deutschland hat sich nicht auf die Etats der Vereine in der Fußball-Regionalliga Nord ausgewirkt. Die Clubs orientierten sich bei ihren Finanzplanungen am Gesamtvolumen des Vorjahres.
Nach einer Umfrage der Deutschen Presse- Agentur (dpa) stehen den 19 Vertretern mindestens 34,75 Millionen Euro für die am Freitag beginnende Saison zur Verfügung. Allerdings machten Borussia Dortmund, der Hamburger SV, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen zu den Etats ihrer zweiten Mannschaften keine Angaben. Insgesamt erhöhten sich die Ausgaben um 300 000 Euro im Vergleich zur vergangenen Spielzeit.
Holstein Kiel ist erneut der Finanzkrösus der dritten Liga. Die Mannschaft um Trainer Frank Neubarth besitzt mit 4,0 Millionen Euro (+ 0,4 Millionen) den höchsten Etat aller Nord-Regionalligisten und will damit endlich den Aufstieg in den Profifußball schaffen. Dass aber Geld nicht allein über sportliche Qualität entscheidet, bewies zuletzt Aufsteiger Carl Zeiss Jena. Mit einem Budget von nur 1,9 Millionen Euro gelang den Thüringern in der vergangenen Saison der Durchmarsch in die 2. Bundesliga.
Einen anderen Kurs schlug Neuling Union Berlin ein. Nachdem der Traditionsverein den Drittliga-Aufstieg mit 1,9 Millionen Euro schaffte, stockten die Verantwortlichen den Etat nun um 1,7 Millionen Euro auf und belegen mit 3,6 Millionen Euro damit auf Anhieb den zweiten Platz in der Etat-Rangliste ein. Neben den Berlinern und Kiel durchbrachen zudem der VfL Osnabrück (3,6/+ 0,1), Fortuna Düsseldorf (3,0) sowie Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden (3,0/- 2,5) die Drei- Millionen-Marke. Insgesamt erhöhten gleich acht Vereine ihre Budgets. Dagegen mussten vier Clubs teilweise deutliche Einschnitte hinnehmen.
Den härtesten Sparkurs verfolgt Rot-Weiß Ahlen. Der Zweitliga- Absteiger ließ seinen Haushalt von 6,0 auf 1,1 Millionen Euro schrumpfen. Mit dem damit kleinsten Etat aller Nord-Teams versucht der Verein nach dem Abgang von Vereinsboss und Hauptsponsor Helmut Spikker den Neuanfang in der dritten Liga. Deutlich unter der Zwei- Millionen-Euro-Grenze blieben außerdem Rot-Weiß Erfurt (1,4/- 1,0), Kickers Emden (1,5/+ 0,3) und Aufsteiger SV Wilhelmshaven (1,5/+ 0,2).