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Kiel überwintert auf Platz eins - Spitzenteams sieglos

Leipzig (dpa) - 11.12.2005, 10:42 Uhr

Kollektive «Führungskrise» in der Fußball-Regionalliga Nord: Weder Tabellenführer Holstein Kiel noch die vier unmittelbaren Verfolger konnten am letzten Spieltag vor der Winterpause gewinnen.

Nach den torlosen Unentschieden von Kiel beim Wuppertaler SV und im Spitzenspiel zwischen dem VfB Lübeck (4.) und Rot-Weiß Essen (2.) verloren der FC St. Pauli und Carl Zeiss Jena. Der Tabellendritte aus Hamburg unterlag bei Rot-Weiß Erfurt mit 1:2 und auch Jena (5.) zog bei Bayer Leverkusen II mit 1:2 den Kürzeren.

Somit kann Tabellenführer Kiel mit dem einen Punkt sehr gut leben. «Über Winter auf Platz eins zu stehen, ist eine feine Sache. Da schaut man doch gerne auf die Tabelle», sagte Trainer Frank Neubarth. Für die schlechte Leistung war zudem schnell eine Erklärung gefunden: «Wuppertal ist unser schwerster Gegner», erklärte Mittelfeldspieler André Breitenreiter und Wuppertals Trainer Uwe Fuchs bestätigte: «Eigentlich punkten wir fast immer gegen die Kieler.»

«Wir können mit dem Punkt leben», sagte auch Essens Trainer Uwe Neuhaus nach einer allenfalls durchschnittlichen Regionalliga-Partie gegen Mitkonkurrent Lübeck. Bei beiden Mannschaften lief in der Offensive wenig zusammen. «Wir haben mit dem Unentschieden unser Minimalziel erreicht», bemerkte Lübecks Trainer Stefan Böger.

Den möglichen Sprung auf einen Aufstiegsplatz verpasste der FC St. Pauli mit dem 1:2 in Erfurt. «Wir hatten nicht den Gripp, wie in den vergangenen Spielen», bemängelte Mittelfeldspieler Fabian Boll. Die Hamburger gingen zudem verschwenderisch mit ihren Chancen um. Michel Mazingu-Dinzey scheiterte mit einem Foulelfmeter an Torwart Dirk Orlishausen, der auch sonst eine starke Partie lieferte.


«Mann des Spieltages» war Abdou-Nassirou Ouro-Akpo. Der Spieler aus Togo schoss sein Team Rot-Weiß Oberhausen zum Sieg und aus dem Tabellenkeller. Oberhausen setze sich gegen den VfL Osnabrück mit 3:0 durch. Zwei Tore erzielte der erst in der 76. Minute eingewechselte Offensivspieler selbst, das dritte durch Dennis Kutrieb bereitete er mit einem Pfostenschuss vor.

Dagegen dürften die Sorgenfalten auf der Stirn seines Chemnitzer Kollegen Dietmar Demuth größer werden. Mit einem 0:4 gegen Hertha BSC Berlin II verabschiedete sich sein Team mit einer desolaten Leistung in die Winterpause. «Das war kein gutes Fußball-Spiel», schüttelte Demuth den Kopf. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Frank Kapp, sprach sogar von einer «Katastrophe». Die zwölfte Saisonniederlage wird auch die Trainerdiskussion wieder in den Mittelpunkt rücken. Für Montag kündigte Kapp eine Vorstandssitzung an. Dabei könnte sich entscheiden, ob bei den Sachsen mit Demuth der neunte Trainer innerhalb von fünf Jahren scheitert.

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