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WM-Skandal: Evra legt Einspruch gegen Sperre ein

Paris (dpa) - 24.08.2010, 12:09 Uhr

Patrice Evra wehrt sich gegen seine Sperre in der Nationalmannschaft.
Patrice Evra wehrt sich gegen seine Sperre in der Nationalmannschaft.

Der französische Fußball-Nationalspieler Patrice Evra wehrt sich nach der WM-Blamage der «Bleus» gegen seine Länderspiel-Sperre. Der 29 Jahre alte WM-Kapitän legte Einspruch gegen die Sanktionen des französischen Verbandes FFF ein.

Evra war vergangene Woche für fünf Länderspiele gesperrt worden. «Bis heute hat Patrice Evra keine Mitteilung über die Entscheidung der Disziplinarkommission erhalten», erklärte Anwalt Jean-Yves Foucard. Er kritisierte, dass sein Mandant und andere Spieler für ein «kollektives Versagen» individuell und unterschiedlich bestraft worden seien.

Evras Anwalt fügte an, der Einspruch könne aufschiebende Wirkung für die Sperre haben. Wenn sich das bestätigt, könnte der neue Nationaltrainer Laurent Blanc den Außenverteidiger von Manchester United doch noch für die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Weißrussland am 3. September und vier Tage später in Bosnien nominieren. FFF-Chefjurist Jean Lapeyre widersprach Foucard allerdings: «Das stimmt nicht», sagte er.

Frankreich war in Südafrika nach sportlich und disziplinarisch desaströsem Auftreten nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden. Schlimmer als Evra erwischte es bei den Sanktionen nur Chelsea- Stürmer Nicolas Anelka, der vom Verband für 18 Spiele der «Équipe tricolore» gesperrt wurde. FC Bayern-Star Franck Ribéry muss drei Länderspiele zuschauen, Jérémy Toulalan eine Begegnung.

Anelka hatte WM-Trainer Raymond Domenech in der Halbzeit des WM-Spiels gegen Mexiko (0:2) wüst beschimpft. Die anderen bestraften Spieler sollen beim berüchtigten Trainingsboykott, mit dem die «Bleus» in Südafrika gegen den Ausschluss von Anelka protestiert hatten, eine führende Rolle gespielt haben.

Die Affäre löste in Frankreich große Empörung aus, aber auch die Sanktionen werden jetzt scharf kritisiert. Die Ex-Nationaltrainer Aimé Jacquet und Michel Hidalgo, Alt-Coach Guy Roux, der zu den beliebtesten in Frankreich zählt, sowie Ex-Nationalspieler Jean Djorkaeff und die Spielergewerkschaft UNFP beklagten in einem offenen Brief, mit den Sanktionen werde nur «Öl ins Feuer gegossen».


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