Sperren entzweien Frankreich: Sünder Anelka lacht
Paris (dpa) - 18.08.2010, 13:03 Uhr
Franck Ribéry will trotz der Sperre weiter für Frankreich spielen.
Die WM-Blamage setzt Frankreichs Fußball weiter heftig zu. Gut eineinhalb Monate nach dem desaströsen Auftreten der «Bleus» in Südafrika entzweien nun die Strafen für vier der Skandalkicker um Bayern-Star Franck Ribéry die «Grande Nation». Die Sünder selbst reagieren mit Verwunderung und Spott auf ihre teilweise lange Zwangspausen. «Diese Leute sind Clowns. Ich lache mich tot», sagte der zu 18 Spielen Sperre verurteilte Nicolas Anelka über die Verbandsführung. Die Suspendierung lässt den Stürmer kalt. Das Thema Nationalelf sei für ihn ohnehin erledigt, betonte Anelka, der frühestens 2012 wieder für die Équipe tricolore spielen könnte. Mit seiner wüsten Beschimpfung von WM-Nationalcoach Raymond Domench hatte der 31- Jährige vom FC Chelsea in Südafrika die Undiszipliniertheiten der französischen WM-Stars auf den Gipfel getrieben.
Der wegen Anstiftung zur Meuterei für drei Spiele gesperrte Ribéry kann die Bestrafung nicht verstehen. «Das ist für mich eine große Enttäuschung», sagte der Offensivspieler des FC Bayern in München. «Ich weiß nicht, was da gerade in Frankreich passiert. Was bei der WM passiert ist, haben alle gemacht. Ich verstehe nicht, warum nur fünf Spieler nach Paris mussten», betonte Ribéry. Seine Nationalmannschaftskarriere will er aber fortsetzen. «Natürlich. Das ist keine Frage für mich.» Neben dem Bayern-Profi, der am Dienstag von einem Anwalt vertreten wurde, waren Anelka, WM-Kapitän Patrice Evra, Jérémy Toulalan sowie Eric Abidal wegen ihrer angeblich führenden Rolle beim WM-Streik zur Anhörung geladen. Evra muss fünf Spiele zuschauen, Toulalan muss einmal pausieren. Nur Abidal kam ohne Strafe davon. |