Moskau (dpa) - 16.08.2010, 16:30 Uhr
Der Fußball-Weltverband FIFA nimmt die Bewerbung Russlands als Ausrichter der Weltmeisterschaft 2018 oder 2022 unter die Lupe. Eine sechsköpfige Delegation unter der Leitung des Präsidenten des chilenischen Verbands, Harold Mayne-Nicholls, traf in St. Petersburg ein.
«Wir werden viele Fragen stellen», sagte Mayne-Nicholls nach Angaben der Agentur Interfax. Er versprach einen «objektiven und realistischen» Bericht. Die FIFA vergibt beide Turniere Anfang Dezember. «Wir sind entschlossen und haben den Wunsch, zur Weltmeisterschaft einzuladen», sagte der russische Sportminister Witali Mutko.
Die viertägige Tour führt die Delegation in vier potenzielle Spielorte - St. Petersburg, Moskau, Kasan an der Wolga und Sotschi am Schwarzen Meer. Insgesamt soll in rund einem Dutzend Städte im europäischen Teil Russlands der Ball rollen. Die Inspektoren begutachten außer Stadien und Trainingsplätzen auch das geplante Medienzentrum sowie Orte, an denen Fanfeste vorgesehen sind.
Außer Russland bewerben sich England, die USA sowie jeweils als Doppelkandidaten die Niederlande und Belgien sowie Spanien und Portugal für beide Turniere. Japan, Südkorea, Katar und Australien haben nur eine Bewerbung für die WM 2022 eingereicht.
Derweil ist in England beim Kampf um die WM ausgerechnet der britische Premierminister nicht dabei. Für die Besichtigungstour von Offiziellen der FIFA nächste Woche habe er gebeten, sich entschuldigen zu dürfen. Er sei bei seiner Familie, sagte er FIFA-Chef Sepp Blatter in einem Telefongespräch. Cameron lässt sich von seinem Vize-Premier Nick Clegg vertreten, dem er offiziell die Amtsgeschäfte während seines Urlaubs übergeben hatte.