1:1 gegen Slowakei: Reid rettet «Kiwis» das Remis
Rustenburg (dpa) - 15.06.2010, 17:14 Uhr
Neuseelands Winston Reid (l) jubelt nach seinem Ausgleich oben ohne.
Mit einem Last-Minute-Treffer hat Winston Reid für Neuseelands ersten WM-Punkt gesorgt und der geschockten Slowakei die Premiere bei der Fußball-Weltmeisterschaft verdorben. Der Profi vom dänischen Club FC Midtjylland traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum überaus glücklichen 1:1 (0:1) und bescherte den «Kiwis» das nicht mehr für möglich gehaltene Remis. «Das ist ein Alptraum. Es fühlt sich an, als hätten wir verloren», stammelte Robert Vittek. Der frühere Nürnberger hatte die Slowaken in Rustenburg in Führung gebracht (50. Minute), die Spitze in Gruppe F vor Weltmeister Italien war zum Greifen nah. Wie versteinert saß Trainer Vladimir Weiss nach dem späten Tiefschlag auf der Bank. «Das ist eine kleine sportliche Tragödie für uns», bekannte der Coach. Sein Gegenüber Ricki Herbert ließ sich dagegen von den Fans feiern und konnte sich nach dem überaus glücklichen Remis ein paar freche Sprüche nicht verkneifen. «Ich bin ein Kiwi-Boy. Ich könnte nicht stolzer sein. Die Nation wird wohl ziemlich begeistert sein», meinte der 49-Jährige mit breitem Grinsen. 1982 hatte Herbert als Spieler beim bislang einzigen WM-Auftritt der Neuseeländer drei deftige Klatschen miterlebt.
Auch diesmal wirkten die «All Whites» ohne ihren angeschlagenen Vize-Kapitän Tim Brown über weite Strecken zu bieder, zu harmlos und zu hausbacken. Bis Reid kam. «Das war wahrscheinlich das wichtigste Tor meines Lebens. Das ist großartig», jubelte der Profi vom dänischen FC Midtjylland. Erst vor drei Monaten hatte sich der frühere dänische Junioren-Nationalspieler für sein Geburtsland entschieden, nachdem ihm Herbert das WM-Ticket in Aussicht gestellt hatte. «Solche Fehler dürfen nicht passieren», schimpfte Slowaken-Coach Weiss. «Wir waren das bessere Team, haben aber unsere Chancen nicht genutzt», klagte der Trainer, der 1990 für die Tschechoslowakei bei der WM spielte. In der Tat kontrollierte der WM-Neuling, beim dem gleich vier bewährte Bundesliga-Legionäre in der Startelf standen, über weite Strecken das Geschehen. |