Die von den Ministerpräsidenten der Bundesländer in Berlin beschlossene Änderung des Staatsvertrages beschert dem Organisationskomitee (OK) der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 einen warmen Geldregen.
Durch die künftig variabel und länderunabhängig gestaltete Berechnung des zwölfprozentigen OK-Anteils an den Oddset-Überschüssen, die bislang auf der Basis des Jahres 2001 erfolgte, erwarten die WM-Organisatoren eine stärkere Beteiligung an den Überschüssen der Oddset-Sportwetten. «Jetzt können wir mit größerer Intensität das Begleitprogramm für die WM vorantreiben», reagierte OK-Präsident Franz Beckenbauer erfreut auf die Entscheidung der Länderchefs.
Für die Berechnung der Zuschüsse wird nun in jedem Bundesland dasjenige Basisjahr zwischen 2001 und 2003 zu Grunde gelegt, das den geringsten Umsatz auswies. Dies verspricht für 2005 und 2006 den höchsten Überschuss. «Dadurch erwarten wir eine erhebliche Steigerung der Zuschüsse», sagte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach. Angesichts stagnierender oder sinkender Oddest-Umsätze in einzelnen Bundesländern waren die Zuflüsse an das WM-OK im Vorjahr von 3,6 Millionen Euro (2002) auf 0,5 Millionen Euro dramatisch gesunken. Im Jahr 2004 erwartet das OK etwa 1,5 Millionen Euro aus dem Oddset- Topf.
Die Ministerpräsidenten hatten auf Grund dieser Entwicklung bereits auf ihrer Konferenz im Oktober festgestellt, dass eine angemessene Förderung des kulturellen und sportlichen Begleitprogramms der WM auf der Basis des bestehenden Staatsvertrages nicht möglich sei. Mit der am Donnerstag ratifizierten Staatsvertrags-Novelle tritt eine klare Verbesserung der Situation ein. «Wir werden noch mehr Ideen in unserem ohnehin schon sehr ambitionierten Kultur- und Begleitprogramm realisieren und die bereits angelaufenen Kampagnen ausbauen können», sagte OK- Vizepräsident Theo Zwanziger.