Toppmöller vor Verlängerung in Georgien
Tiflis (dpa) - 11.10.2007, 11:18 Uhr
Klaus Toppmöller würde gerne weiter Trainer von Georgien bleiben.
Von den Fans wird er respektvoll «Herr Klaus» genannt: Nach 20 Monaten als Trainer der georgischen Fußball-Nationalmannschaft kann sich Klaus Toppmöller keinen anderen Job vorstellen. «Ich würde sehr gerne weiter in Georgien arbeiten. Wenn das nicht der Fall wäre, hätte ich nicht in letzter Zeit drei andere Angebote abgesagt», sagte der frühere deutsche Nationalspieler, dessen Vertrag am Ende der Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 ausläuft. Alle Zeichen deuten inzwischen auf eine Verlängerung des Kontraktes um weitere zwei Jahre hin, auch wenn der sportliche Erfolg unter dem deutschen Coach bisher ausblieb. Mit sieben Punkten belegt Georgien nur Platz sechs in der Gruppe B und geht auch in den Spielen am Samstag in Italien und am Mittwoch kommender Woche gegen Schottland nicht unbedingt als Favorit auf den Platz. Doch Toppmöller ist nicht bange. «In Frankreich haben wir nur 0:1 verloren, im Hinspiel gegen Italien haben wir sehr gut mitgehalten und in der ersten Halbzeit ein 1:1 erreicht. Wir können auch in Italien auf etwas Besonderes hoffen und gegen Schottland müssen wir sowieso punkten», sagt der frühere Torjäger des 1. FC Kaiserslautern selbstbewusst. Seine Kicker spielen bei der Vergabe der EM-Tickets in der hart umkämpften Gruppe B auf jeden Fall Zünglein an der Waage.
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Als Toppmöller sein Amt in Tiflis am 1. Februar 2006 antrat, träumten Funktionäre und Fans von einem ähnlichen Aufschwung, wie ihn Otto Rehhagel mit Griechenland geschafft hatte. Doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Zwar spielte die Mannschaft attraktiveren Fußball als früher und verzeichnete beim 6:0 gegen Färöer auch den höchsten Sieg ihrer noch jungen Länderspiel-Geschichte, doch von der Qualifikation für ein großes Turnier war sie bisher weit entfernt. Der 107-fache Bundesliga-Torschütze Toppmöller hatte sich anfangs alles anders vorgestellt. Mit Spielern wie Levan Kobiaschwili (Schalke 04), Kaka Kaladse (AC Mailand), Alexander Iaschwili (Karlsruher SC) und Malchaz Asatiani (Lokomotive Moskau) wollte man um die EM Plätze kämpfen. Dann reichte es in der Qualifikation neben zwei Siegen gegen Fußball-Zwerg Färöer nur zu einem 1:1- Achtungserfolg gegen die Ukraine. Toppmöllers Länderspiel-Bilanz weist fünf Siege, vier Unentschieden und neun Niederlagen auf. Nicht schlecht, aber der Fußball hat in Georgien einen hohen Stellenwert und entsprechend groß ist die Erwartungshaltung der Fans. Deshalb muss Toppmöller das letzte Spiel der Runde am 18. November gegen Litauen auf jeden Fall gewinnen, um den Kredit bei den Anhängern nicht zu verspielen. Aber vielleicht ist ja auch schon in Italien eine Überraschung möglich. In Ilia Kandelaki (Carl Zeiss Jena) und David Siradse (SC Paderborn) stehen zwei Zweitliga-Profis in Toppmöllers Aufgebot für diese Partie. KSC-Profi Iaschwili wurde von Toppmöller dagegen nicht nominiert, «weil er nicht die nötige Spielpraxis hat».
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