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Kein Training im Stadion: Platzsperre sorgt für Unmut

Shanghai (dpa) - 08.09.2007, 13:41 Uhr

Eine vom Fußball-Weltverband kurzfristig verfügte Platzsperre bei der Frauen-Weltmeisterschaft in China hat im Lager des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für großen Unmut gesorgt.

Ursprünglich sollte der Titelverteidiger das erste und einzige Mal die Gelegenheit erhalten, vor dem Eröffnungsspiel gegen Argentinien im Hongkou-Stadion von Shanghai zu trainieren und den Rasen zu testen. Doch nur sechs Stunden vor der geplanten Übungseinheit ließ die FIFA den Platz sperren. Angeblich, um den Rasen zu schonen. Auf der anderen Seite proben die Chinesen bereits seit Tagen im Hongkou-Stadion für die offizielle Eröffnungsfeier vor der deutschen Partie.

«Das ist schon ungewöhnlich und sehr ärgerlich. Es passt uns gar nicht in den Kram», kritisierte die deutsche Co-Trainerin Maren Meinert, die 2003 noch als Spielerin mithalf, den ersten WM-Titel nach Deutschland zu holen. Inzwischen gehört die 34-Jährige fest zum DFB-Trainerstab, betreut die U 19-Auswahl und ist wie Ulrike Ballweg Assistentin von Chefcoach Silvia Neid. In ihrer aktiven Zeit hat Meinert solch einen Vorgang nie erlebt.

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Denn sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ist es bei großen Turnieren üblich, das Abschlusstraining einen Tag vor der Partie im Spielstadion abzuhalten. Aber selbst zwei Tage vor dem ersten Spiel wird in China kein Team auf den Rasen gelassen. Dass die Absage so kurzfristig kam, monierte Meinert besonders. Zwar könne man auf den normalen Trainingsplatz, doch wegen der Entfernung zwischen den Arenen ist nicht einmal eine Besichtigung des Hongkou-Stadions möglich. Es sei denn, man würde das Training ganz ausfallen lassen.

«Hätten wir es eher gewusst, dann hätten wir morgens trainieren können», sagte Meinert. Dass es für die Akteurinnen Sinn macht, auf dem Spielrasen zu trainieren, ist unstrittig. Denn kein Untergrund ist wie der andere: Stumpf oder glitschig, kurz oder lang, schnell oder langsam? «Nun ist es wie es ist. Aber es passt nicht zu der ansonsten perfekten Organisation hier», sagte Meinert. «Nun müssen wir beim Warmmachen mehr Übungen mit hoher Passgeschwindigkeit machen, um die Beschaffenheit des Rasens kennen zu lernen.»


Darüber hinaus hat sich die DFB-Elf schon intensiv mit dem ersten Gegner auseinander gesetzt, per Video dessen Spielweise, Stärken und Schwächen analysiert. Zwar besiegten Meinert und Co. Argentinien im bisher einzigen Länderspiel in der WM-Vorrunde 2003 klar mit 6:1. «Aber das war eine völlig andere Mannschaft, andere Voraussetzungen», betonte Meinert. Sie erwartet ein hartes Stück Arbeit. «Argentinien ist technisch stark, hat gute Individualisten, spielt aggressiv und schnell. Zudem sind sie heiß auf uns. Wir dürfen sie auf keinen Fall kombinieren lassen, sondern müssen ihnen unser Spiel aufzwingen», betonte die ehemalige Offensivakteurin. Meinert warnt: «Das ist kein Selbstläufer. Aber darauf werden wir die Mannschaft gut vorbereiten.»

Ungewöhnlich ist, dass die Argentinierinnen, die in der WM-Qualifikation Brasilien schlugen und erstmals den Südamerika-Titel holten, noch mit Libero und zwei «Manndeckern» operieren. All das interessiert Kerstin Stegemann nur am Rande. Für die Abwehrspielerin von der SG Wattenscheid 09 ist das Rezept klar. Sie baut auf die Stärke der eigenen Elf: «Wir müssen dagegenhalten, die Partie dominieren. Wenn wir die Zweikämpfe gewinnen, läuft unser Spiel.» Sie sei bereit, betonte Stegemann: «Von mir aus kann es los gehen. Ich kann es kaum noch abwarten.»

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