Nach Meinung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, hat die WM die Menschen in Deutschland endgültig zu einem Volk vereint. «Die schwarz-rot- goldenen Fahnen belegen es: Die Einheit unseres Landes, das große Geschenk vor 16 Jahren, ist in den Herzen der Menschen angekommen», sagte Huber laut einem vorab veröffentlichten Redemanuskript in einem Rundfunkgottesdienst am Sonntag in Berlin. Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sagte dem Magazin «Der Spiegel»: «Wir erleben in diesen WM-Tagen einen neuen Patriotismus. Er ist multikulturell, weltoffen und trägt ein starkes Woodstock-Element in sich.» Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass bezeichnete es als ein «wunderbares Nebenprodukt» der Fußball-WM, dass die Deutschen «auf eine sehr einfallsreiche Art und Weise Flagge gezeigt» haben. Die Fröhlichkeit, mit der Hunderttausende Menschen die schwarz-rot- goldene Fahne schwenkten, sei unverkrampft gewesen, sagte Grass der «Süddeutschen Zeitung». Der Kabarettist Dieter Hildebrandt sagte dem «Tagesspiegel am Sonntag», er wünsche sich nun, dass die Fahnen erst zur Fußball- Europameisterschaft 2008 wieder herausgeholt werden. Der britische Premierminister Tony Blair sprach von einem völlig neuen Deutschlandbild auf der Insel. Er schrieb in der «Bild am Sonntag»: «Die abgestandenen Klischees von früher werden durch ein neues, positives und viel zutreffenderes Bild Deutschlands abgelöst.»
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