HOHE HÜRDE ACHTELFINALE: Viele sahen die Klinsmann-Truppe schon kurz nach der Vorrunde im Aus. Doch Ballack und seine Mannen steigerten sich und schalteten sogar den klaren Favoriten Argentinien aus. Im Halbfinale brauchten die Italiener immerhin 120 Minuten für die Entscheidung, und jetzt will sogar Ober-Kritiker Franz Beckenbauer den Trainer halten. LAHME FANS: Wenige Tage vor Anpfiff vermissten noch viele die richtige WM-Vorfreude. Als der Ball rollte, zündete die Begeisterung schnell. Inzwischen ist Deutschland um mindestens zwei Begriffe reicher: Fanmeile und Public Viewing. Wie nie zuvor fieberten Millionen statt in der guten Stube gemeinsam vor riesigen TV-Wänden. MIESES WETTER: Auch die Sonne war WM-tauglich - der Sommer zeigte sich von seiner besten Seite. Die Temperaturen lagen um 1,3 Grad über dem Mittel von 15,4 Grad, es fiel nur gut die Hälfte des üblichen Niederschlags, und die Sonne schien mit 265 Stunden nahezu ein Drittel länger. PROSTITUTION: Bordelle hofften auf gute Geschäfte, Behörden und Hilfsgruppen befürchteten mehr Opfer von Zwangsprostitution. Doch der Ansturm auf Freudenhäuser blieb aus. Für die Internationale Organisation für Migration ist Deutschland im Kampf gegen Frauenausbeutung sogar vorbildlich. TERROR: Bundeswehrsoldaten, Radarüberwachung, flächendeckende Kontrollen - aus Furcht vor Anschlägen wurde schweres verbales Geschütz aufgefahren. Die Bundeswehr wollte bis zu 7000 Soldaten bereit halten. Außer einem verwirrten Amokfahrer in Berlin verlief die WM fast gewaltlos, Anschläge blieben Deutschland erspart. WM-FREIE ZONEN: Für Fußballmuffel waren die vier WM-Wochen eine schwere Zeit, doch nach der Vorrunde zeigte sich: Sie sind eine aussterbende Spezies - viele «WM-freie Zonen« in Hotels und Gaststätten erwiesen sich als Flop.
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