Mit einer entspannten Party in Schwarz-Rot-Gold wurde in Hessen die Nationalmannschaft verabschiedet. Zwar waren deutlich weniger Leute in die Übertragungs-Arenen gekommen, feierten dort aber ausgelassen den Sieg gegen Portugal. In der Frankfurter Main-Arena hatte ein kräftiger Regen vor dem Anstoß den Zulauf vermindert. Nach Schätzungen der Veranstalter kamen rund 50 000 Zuschauer. Wer nass wurde, machte sich aber nicht viel daraus. Vor einer Bühne bildete sich spontan eine Polonaise. Zwar kamen mancherorts weniger Fans als bei den anderen Deutschland-Spielen, doch das minderte die Stimmung nicht. «Wir machen jetzt nur noch Party», meinte ein Fan in Frankfurt. Den meisten Jubel erntete neben dem zweifachen Torschützen Bastian Schweinsteiger der Bundestrainer, dessen Bleiben sich die meisten wünschten. «Klinsmann, Klinsmann» hallte es immer wieder über den Main. In Bayern gab es noch einmal eine rauschende WM-Party. Zehntausende feierten in München, Nürnberg und anderen Städten friedlich den 3:1-Erfolg. In der bayerischen Landeshauptstadt wurde nach dem Schlusspfiff die Leopoldstraße mit rund 31 000 Fans wieder für die Siegesfeier abgesperrt. Tausende tanzten fröhlich. «Unter 32 Mannschaften Dritter zu werden, ist doch super», jubelte der 19-jährige Stefan Sturm. «Vor drei Monaten hätte das doch niemand gedacht, als die Deutschen noch so schlecht waren.» Unbändiger Jubel zum WM-Abschied brandete auch in Niedersachsen und Bremen auf. Zehntausende Fans ließen die Mannschaft um Jürgen Klinsmann hochleben. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bezeichnete die Nationalelf als «Mannschaft der Herzen». In vielen Städten bejubelten die Menschen vor Großbildleinwänden die siegreiche Klinsmann-Elf. In Hannover kamen nach Angaben der Veranstalter rund 18 000 Menschen auf das Fan-Areal. Zwar kamen in Nordrhein-Westfalen weit weniger Menschen als erwartet, doch enthusiastische Freude herrschte auch hier. In Dortmund musste der Friedensplatz mit 13 000 Fans wegen Überfüllung geschlossen werden. In Hamburg wurde ebenfalls ein lauter Abschied von der «Klinsi»-Elf und «König Fußball» gefeiert. Zehntausende jubelten bei den Fanfesten im Norden ein letztes Mal der deutschen WM-Mannschaft zu. Allein auf dem Hamburger Heiligengeistfeld hatten sich erneut rund 65 000 Fans versammelt. Und sie gaben im nachempfundenen Hamburger Stadionrund noch einmal alles: Sie jubelten, sangen inbrünstig die Nationalhymne und feuerten die deutsche Elf lautstark an. In Leipzig stiegen Raketen in den Nachthimmel. Beim Fanfest auf dem Augustusplatz fielen sich nach dem Abpfiff viele der rund 12 000 Fans in die Arme. Viele zogen durch die Innenstadt, sangen und tanzten. Noch einmal bildete sich ein Autokorso auf dem Innenstadtring. Die Enttäuschung aus dem Halbfinale, als Deutschland erst kurz vor Ende der Verlängerung gegen Italien verlor, war vergessen.
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