In Frankfurt/Main vermieste heftiger Regen den Fußballanhängern vor Spielbeginn ein wenig die Stimmung. Der Andrang zur Main-Arena fiel geringer aus als erwartet, so dass der Platz vor der dritten Frankfurter Videowand zunächst geschlossen blieb. Vor den beiden riesigen TV-Schirmen auf dem Main hatten sich an den Ufern nach Veranstalterangaben etwa 15 000 Menschen versammelt, von denen aber viele zunächst einmal Schutz unter den Brücken suchten. In München stimmten sich auf der Meile im Olympiagelände 35 000 Fans auf die Partie der deutschen Mannschaft gegen Portugal ein. Laut Polizei verlief alles friedlich. In Nürnberg vertrieb ein Gewitterschauer viele Besucher von der Fan-Meile. «Jetzt trauen sich die Leute erst langsam wieder aus den Häusern», sagte ein Polizeisprecher. In München war die Stimmung zwar etwas weniger euphorisch als vor dem Viertel- und Halbfinale. Viele Fans hatten sich aber wieder das Deutschland-Trikot übergezogen, kamen geschminkt oder mit Fahnen. «Ein Sieg heute wäre ein schöner Abschluss», sagte Tanja Riel (35) auf der Fanmeile. In Nordrhein-Westfalen füllten sich die Public-Viewing-Plätze nur langsam. Auf dem mit Abstand größten Kölner Leinwand-Platz in Deutz mit einer Kapazität von mehr als 50 000 Fans waren noch viele Zuschauerränge nicht besetzt, hieß es bei der Polizei. «Die Begeisterung hat seit der Niederlage Deutschlands nachgelassen», so die Polizei. Mit Country-Musik stimmten sich die Leipziger beim Fanfest auf dem Augustusplatz auf das Spiel um Platz drei ein. Hunderte Fans zogen mit Trikots und Fahnen durch die Stadt. «Wir freuen uns auf die letzte große WM-Party, auch wenn es für Deutschland nicht mehr um den Titel geht», sagte eine Studentin. Die Veranstalter des Hamburger Fanfests rechneten mit rund 50 000 Besuchern auf dem Heiligengeistfeld. Auch Fußballfans in Niedersachsen und Bremen warteten gespannt auf das «kleine Finale». Der Andrang vor der Großbildleinwand in Hannover hielt sich aber zunächst noch in Grenzen.
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