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Neuer Mieter: FIFA übernimmt WM-Stadien

München (dpa) - 23.05.2006, 12:09 Uhr

Arbeiter verlegen in der Münchner Allianz-Arena den offiziellen WM-Rasen.
Arbeiter verlegen in der Münchner Allianz-Arena den offiziellen WM-Rasen.

Der Tapetenwechsel läuft noch auf Hochtouren, doch der neue Mieter steht zweieinhalb Wochen vor Beginn der Fußball-WM schon vor der Tür. Ab dem 25. Mai übernimmt der Weltverband FIFA offiziell das Hausrecht in den zwölf WM-Stadien.

Zum Auftakt überlassen die Betreiber der Münchner Arena, in der am 9. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Costa Rica ausgetragen wird, und in Gelsenkirchen die Stadionschlüssel dem WM-Organisationskomitee (OK). «Wir haben dem OK gesagt, wir geben ihnen den Schlüssel und gehen in Urlaub. Aber das wollten die nicht», sagt der Münchner Arena-Geschäftsführer Peter Kerspe augenzwinkernd.

Noch arbeitet seine Mannschaft ohnehin kräftig an der Umwandlung der Allianz Arena zum WM-Spielort. Auf 141 Seiten hat die FIFA in einem Pflichtenheft die Anforderungen bei der Umgestaltung aufgelistet. In München sind 300 Handwerker mit der Umsetzung der FIFA-Vorgaben beschäftigt. «Der finanzielle Aufwand ist immens», sagt Arena-Betriebsleiter Jürgen Muth. «Jedes Stadion muss versuchen, dass es auf seine Kosten kommt. Das ist ein ehrgeiziges Ziel.» Kerspe indes ist sicher, dass die Stadion GmbH die WM mit einem Gewinn abschließen wird. 15 Prozent der Zuschauereinnahmen fließen als Miete von der FIFA.

Davon müssen die Münchner auch den 100 000 Euro teuren Wechsel der Spielfläche bezahlen. Die FIFA hat allen Stadien ein einheitliches Grün verordnet, daher musste der Arena-Rasen zum dritten Mal seit der Eröffnung vor einem Jahr ausgetauscht werden. «Das war nicht in meinem Sinne. Der alte Rasen war besser», moniert Kerspe.

Optimale Bedingungen sollen die Journalisten aus aller Welt vorfinden. Dutzende Kilometer von Kabeln sind bereits verlegt, auf der Haupttribüne entstanden mehr als 1600 Medienplätze. Hinzu kommen weitere 129 Kommentatoren-Bereiche mit je drei Sitzplätzen für TV- und Radioreporter. Als Test für die Fernsehkameras wird am 4. Juni extra ein Juniorenspiel veranstaltet.


Auch in Fragen der Sicherheit überlässt der Weltverband nichts dem Zufall. Spaziergänge rund ums Stadion - wie bei Spielen des FC Bayern und des TSV 1860 möglich - sind bei der WM ausgeschlossen. Der äußere Sicherheitsring beginnt weit vor der Arena, das Gelände wird derzeit komplett eingezäunt. Im Stadion bauen Techniker zusätzliche Sicherheitsschleusen auf. «Wir hatten das Glück, dass wir die räumlichen und technischen WM-Anforderungen schon beim Bau der Arena berücksichtigen konnten», sagt Muth.

Gleich neben der Arena entsteht auf 14 000 Quadratmetern ein Hospitality-Bereich für bis zu 7000 Ehrengäste und Sponsoren. Für die Inhaber der 106 Stadionlogen sind die WM-Partien allerdings nicht im Preis inbegriffen. Knapp die Hälfte der Mieter machte jedoch von einem Vorkaufsrecht Gebrauch und darf nun die Logen auch während der Weltmeisterschaft nutzen.

Im Stadion werben dürfen jedoch nur die offiziellen FIFA-Partner. Eifrig kleben die Handwerker daher Werbebanner an Monitoren und Zapfhähnen ab, entfernen Banden und Werbetafeln. Schon vor Wochen wurde der riesige Schriftzug «Allianz Arena» abmontiert. Die von einer Fluggesellschaft gestellten Ersatzbänke mit gepolsterten Ledersitzen mussten neutralem Plastikgestühl weichen. Auch Fangnetze, Eckfahnen und Tore werden auf Wunsch der FIFA ausgetauscht. «So weit, dass wir auch die Glühbirnen auswechseln, geht es aber nicht», witzelt Muth.

Nach der offiziellen Abnahme durch das WM-Organisationskomitee wechseln die acht nach einem Unternehmen benannten Spielstätten für die Dauer des Turniers auch ihre Namen. Nur im Fall des Stuttgarter Stadions machte die FIFA eine Ausnahme.

Übergabe an die FIFA am 25. Mai:

- München (FIFA WM-Stadion München) - Sitzplätze: 59 416

- Gelsenkirchen (FIFA WM-Stadion Gelsenkirchen) - Sitzplätze: 48 426

Übergabe am 26. Mai:

- Dortmund (FIFA WM-Stadion Dortmund) - Sitzplätze: 60 285

- Frankfurt/Main (FIFA WM-Stadion Frankfurt) - Sitzplätze: 43 324

- Hamburg (FIFA WM-Stadion Hamburg) - Sitzplätze: 45 442

Übergabe am 27. Mai:

- Leipzig (Zentralstadion) - Sitzplätze: 38 898

- Nürnberg (Franken-Stadion) - Sitzplätze: 36 898

- Köln (FIFA WM-Stadion Köln) - Sitzplätze: 40 590

Übergabe am 28. Mai:

- Hannover (FIFA WM-Stadion Hannover) - Sitzplätze: 39 297

- Kaiserslautern (Fritz-Walter-Stadion)- Sitzplätze: 39 820

Übergabe am 29. Mai:

- Berlin (Olympiastadion) - Sitzplätze: 66 021

- Stuttgart (Gottlieb-Daimler-Stadion) - Sitzplätze: 47 757

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