Der Stromkonzern EnBW ist einer von sechs nationalen Förderern des Organisationskomitees. Mit Zahlungen von insgesamt 60 Millionen Euro an das OK haben diese Sponsoren auch das Recht auf 135 000 Eintrittskarten für die 64 WM-Spiele erworben. Ein Teil dieser Tickets wird über Verlosungen und andere PR-Aktionen verteilt. Zusammen mit den 15 Sponsoren des Welt-Fußballverbandes FIFA sind 550 000 der drei Millionen Tickets an 21 Unternehmen gegangen. Die 15 FIFA-Sponsoren haben für die Vermarktungsrechte jeweils rund 40 Millionen gezahlt. Ein weiteres «Gefährdungspotenzial» für Prominente auch außerhalb der Politik liegt in möglichen Einladungen von Unternehmen, die sich in das VIP-Programm des Ticketvermarkters ISE Hospitality eingekauft haben. Das Schweizer Unternehmen hat 170 Millionen Euro für die Vermarktung von weiteren 550 000 Tickets an die FIFA bezahlt, die vornehmlich von Firmen gebucht wurden. Diese Hochpreis-Tickets beinhalten eine Rundumversorgung. Das billigste Paket von drei Spielen für 1900 Euro ist bereits vergriffen. «Unsere Einladungen werden nicht so angenommen, wie wir erwartet haben», sagte Zwanziger als OK-Vizepräsident und geschäftsführender DFB-Präsident. Allerdings sei bei Amtsträgern «die Grenzziehung wegen eines möglichen geldwerten Vorteils nicht einfach». Eine Annahme aus «repräsentativen Gründen» halte er für vertretbar. So seien die Einladungen zu Länderspielen gängige Praxis. Ihnen sei der schriftliche Zusatz beigefügt, «dass der DFB von einer Einholung der Genehmigung des Dienstvorgesetzten ausgeht». OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach empfindet die Diskussion um die Einladung von Volksvertretern «als grotesk und lachhaft». Sie seien diejenigen, die erst die Voraussetzungen dafür schafften, dass eine WM stattfinden kann. «Wir laden seit Jahr und Tag gewählte Volksvertreter ein.»
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