«13. WM-Spielort»: München als TV-Tor zur Welt
München (dpa) - 05.05.2006, 12:58 Uhr
Ein Mann läuft durch die Messehalle C4 auf dem Münchner Messegelände.
Der 13. WM-Spielort befindet sich auf dem Münchner Messegelände, bei der Fußball-Weltmeisterschaft wird er zum TV-Tor für die Welt. Vom «International Broadcast Center (IBC)» werden die Live-Bilder von den 64 Spielen für ein globales Fernseh-Publikum von insgesamt 30 Milliarden ausgesendet. Am 8. Mai halten die ersten Mitarbeiter der Sender Einzug, am 12. Mai wird «der Kopf, das Herz und der Bauch» der TV-Übertragungen, so das Organisationskomitee, von seinem Präsidenten Franz Beckenbauer offiziell eingeweiht. Das IBC besteht aus zwei Messehallen, eine Halle steht als Pressezentrum für Print-Journalisten zur Verfügung. Im so genannten Master-Control-Room der Schweizer Firma HBS (Host Broadcast Service) kommen die Signale aus den 12 WM-Stadien an und werden hinaus in die Welt gesendet. An die 100 Rundfunkanstalten werden nach Angabe von HBS, einer Tochter des TV-Rechteinhabers Infront&Media, mit etwa 2000 Mitarbeitern im IBC ihre Büros, Studios und Technikräume auf 10 000 Quadratmetern einrichten.
«Wir geben zurück nach München» - von diesem Satz, mit dem die Reporter und Kommentatoren in den Stadien ihre Beiträge beenden und zu den Kollegen ins IBC schalten werden, erhoffen sich Stadt und Messe einen Popularitätsschub. 96 Millionen Euro hat die Messe in die Hallen investiert. München hat sich als Standort für die prestigeträchtige Medienzentrale vor vier Jahren gegen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig durchgesetzt. Oberbürgermeister Christian Ude ist überzeugt, dass München während der WM im Mittelpunkt «weltweiter Aufmerksamkeit» stehen wird. «Diese Erwartungen sind sicherlich begründet», sagte Manfred Martens, der für das WM-OK als Projektleiter vor allem für die Belange der schreibenden Journalisten zuständig ist. Für die Printmedien ist das Zentrum bei der dezentralen Großveranstaltung WM allerdings von geringerer Bedeutung. |