Doch daran seien die Männer selbst Schuld: 1955 erließ der Deutsche Fußball-Bund ein Frauen-Fußballverbot mit der Begründung: Das Zurschaustellen des weiblichen Körpers auf dem Fußballplatz verletze die Schicklichkeit und den Anstand. Das sei ein klassisches Foul gewesen, empören sich die Autorinnen. Erst 1970 wurde das Verbot aufgehoben. «Na - und wer ist jetzt Weltmeister? Die deutschen Frauen!», freuen sie sich. Bei einem kleinen Exkurs in die Fußball-Geschichte kann der Laie in dem Buch aus dem Berliner Verlag Bostelmann & Siebenhaar auch erfahren, dass Fußball eine chinesische Erfindung ist. Schon im Jahre 2697 vor Christus sollen, so stehe es in einem militärischen Lehrbuch aus der Huang-Dynastie, Soldaten «Ts'uh küh» gespielt haben, bei dem mit einem gefüllten Ball gekickt wurde, der nicht mit der Hand berührt werden durfte. Ganz pragmatisch schlussfolgern die Fußballmuffel-Expertinnen in einem anderen Kapitel, dass eine Fußball-WM aus Küchensicht durchaus Vorteile haben könne. Schließlich erwarte niemand vom Gastgeber während dieser Zeit des Ausnahmezustandes ein Sieben-Gänge- Candlelight-Dinner. Die Alternative: Beim Fernsehen könnte das gute alte Schnittchen wieder auferstehen - als Fußball-Fingerfood. Das oft belächelte kulinarische Relikt der 70er Jahre könne beispielsweise als Stürmer-Schnittchen zu neuen Ehren kommen: Gebratenes Steak auf gebuttertem Toast, mit Ketchup und Senf, garniert mit Gewürzgurke und Tomantenscheiben. Fußballfans würden sich auf dem Sofa bei einem anstrengenden Match aber auch über Tabula-Rasen-Schnittchen mit Quark und grünem Bärlauchpesto freuen. Aber kein Schnittchen ohne Kaltgetränk, empfehlen die Autorinnen leicht ironisch: «Wir rufen: Bier her, Bier her..!».
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