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Mexiko 10. WM-Starter - Frankreich wieder auf Kurs

Hamburg (dpa) - 08.09.2005, 14:49 Uhr

Frankreichs Zinedine Zidane (r) im Zweikampf mit Robbie Keane.
Frankreichs Zinedine Zidane (r) im Zweikampf mit Robbie Keane.

Mexiko kann die Reise zur Endrunde der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland fest buchen, für Polen, Portugal, Italien und die Niederlande liegen die WM-Tickets schon griffbereit - doch ausgerechnet das Mutterland des Fußballs ist vom Erfolgsweg abgekommen.

Mit der ersten Niederlage in Belfast seit 1927 verspielte England seine gute Ausgangsposition im Kampf um den Sieg in der Gruppe 6 und muss nun sogar den schweren Gang in die Relegation fürchten. «Die schlimmste Niederlage seit über 50 Jahren», schrieb der «Daily Mirror» nach dem peinlichen 0:1 gegen Nordirland. Rückendeckung erhielt der Coach unter anderem von David Beckham. Englands Ausrutscher verhalf Polen (1:0 gegen Wales) zu einem Fünf-Punkte-Vorsprung. Allerdings muss der Spitzenreiter, der schon ein Spiel mehr absolviert hat, am 12. Oktober noch auf der Insel antreten.

Derweil ist die Fußball-Welt in Frankreich nach dem 1:0-Sieg in Irland wieder in Ordnung. «Das ist ein großartiges Ergebnis», sagte Thierry Henry, Torschütze in Dublin. Auch Trainer Raymond Domenech war hoch zufrieden: «Da ist wieder Leben im Team, die Spieler wollen nach Deutschland.» Mit den drei Punkten schlossen die Franzosen in der Gruppe 4 mit 16 Punkten zu Tabellenführer Schweiz auf, der in Zypern zu einem 3:1-Pflichtsieg kam.

Dank schottischer Schützenhilfe fehlt Italien nur noch ein Punkt zur WM. «Finalmente belli» («Endlich wieder schön») lautete die ganzseitige Schlagzeile der «La Gazzetta dello Sport» nach dem 4:1 der Azzurri in Weißrussland, für das Luca Toni mit drei Toren fast im Alleingang gesorgt hatte. «Das war ein unvergesslicher Abend», schwärmte der 28-jährige Angreifer aus Florenz, der erst vor einem Jahr sein Debüt im Nationalteam gefeiert hatte und Marco van Basten als sein Vorbild bezeichnet. Weil Schottland 2:1 in Norwegen gewann, baute Italien seinen Vorsprung in der Gruppe 5 auf fünf Zähler aus.

Ein Fehler von Real Madrids Torhüter Iker Casillas hat Spanien den erhofften Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe 7 gekostet. Mateja Kezman bestrafte den Patzer mit dem 1:1 für Serbien-Montenegro, das weiter auf direktem WM-Kurs ist, während den Iberern im November das «Nachsitzen» in der Relegation droht. «Jetzt stehen wir mit dummem Gesicht da. Unglaublich!», ereiferte sich das Blatt «Marca» über die Punkteteilung. Für «El Pais» geht «der Albtraum weiter». Da half es auch nichts, dass Raul den Serben nach 649 Minuten ohne Gegentor in der Qualifikation den ersten Fleck auf der «weißen Weste» zufügte.


In Portugal hat sich nach dem 0:0 in Russland bereits WM-Vorfreude breitgemacht. «Nur noch ein Pünktchen...», rechnete «O Jogo» vor. Bei fünf Zählern Vorsprung vor den Russen und Slowakei in der Gruppe 3 sowie noch ausstehenden Heimspielen gegen Liechtenstein und Lettland dürfte für den Vize-Europameister nichts mehr schief gehen. «Das Team hat alles, um die WM ohne Niederlage zu erreichen», lobte «A Bola».

In der Gruppe 1 ist das «Oranje»-Team nach dem 4:0 gegen Andorra wohl nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Neben dem zwei Mal erfolgreichen Ruud van Nistelrooy trug sich auch HSV-Neuzugang Rafael van der Vaart in die Torschützenliste ein. Verfolger Tschechien hat nach dem 4:1 gegen Armenien weiter vier Punkte Rückstand. Am 8. Oktober kommt es in Prag zum Gipfeltreffen beider Teams. Das Duell zwischen Schweden und Kroatien in der Gruppe 8 geht mit Vorteilen für die Skandinavier auf die Zielgerade. Durch das 1:0 bei Lothar Matthäus' Ungarn lösten die «Tre Kronor» Kroatien (1:1 in Malta) als Nr. 1 ab.

Vorzeitig aller Qualifikationssorgen ledig ist Mexiko, das nach dem 5:0 gegen Panama als zehnter Teilnehmer an der WM-Endrunde feststeht. «Wir sind gut, wir sind stark, wir sind bereit für Deutschland», sagte Stürmerstar und Torschütze Jared Borgetti.

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