Viele hoffen nun, dass dieser Erfolg auch anderen Frauen Türen öffnen kann. Trotz des Jubels haben es erfolgreiche Athletinnen in der männerdominierten Gesellschaft schwer. Für die Feministin Mie Ueda, eine führende Aktvistin gegen häusliche Gewalt, ist der Sieg der Frauenelf bedeutend. «Diese Frauen sind in einen Bereich eingedrungen, der als für Männer vorbehalten galt. Das Vorurteil, dass Frauen nicht Fußball spielen können, wurde damit völlig zerstört.» Noch vor zehn Jahren galten Fußball und Baseball, die mit Abstand populärste Sportart, als reine Männerdomänen, heute sind Mädchen im Fußballdress an der Tagesordnung. «Der Weltmeistertitel zeigt, dass Frauen erfolgreich sein können, sie müssen nur ständig hart dafür arbeiten», meinte auch Atsuko Himeno, eine Stadträtin in Iwakuni, einer der konservativsten Regionen in Japan. Auch sie hat mit typischen Machosprüchen zu kämpfen. Ein männlicher Kollege meinte einmal, «alles was Frauen zu tun hätten, sei auf einem warmen Futon ein Kind zu machen», erzählt sie. «Japan ist bei der Gleichstellung der Frau viel zu weit zurückgeblieben». In den Führungsetagen von Japans Firmen sind Frauen nur selten zu finden. Hier halten sich die Macho-Strukturen besonders hartnäckig. Spätestens nach dem ersten Kind ist es für die meisten Frauen trotz seit Jahren stagnierendem Wirtschaftswachstum aus mit der Karriere. Nur 1,2 Prozent der Topmanager in Japans 3600 börsennotierten Firmen sind Frauen. Im Parlament stellen sie 10,9 Prozent der Abgeordneten. Eine weibliche Ministerin gibt es gar nicht. In einem Ranking von 186 Ländern kommt Japan damit auf den mageren 121. Platz - ein Schlusslicht unter den Industrienationen. Der Sieg vom Sonntag könnte jedoch zu einem Umdenken beitragen, hofft Himeno. Eine stärkere Rolle für Frauen könne nur gut für Japan sein.
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