Nicht wenige sehen in dem Sieg der Japanerinnen zugleich auch ein Symbol dafür, wie sehr Frauen in Japans bisher männerdominierter Gesellschaft an Selbstbewusstsein gewonnen haben. Junji Ogura, der Präsident des japanischen Fußballverbandes, wurde mit den Worten zitiert: Der Sieg bei der Weltmeisterschaft habe bewiesen, wie «wunderbar» japanische Frauen seien. Noch viel deutlicher brachte es ein Fan auf den Punkt: «Starke Frauen haben Nippon aufgemuntert.» Es sei eine Zeit der «fleischfressenden Frauen» angebrochen. Noch nie genossen Japans Fußball-Frauen so viel Aufmerksamkeit wie jetzt. Schon in den Tagen vor dem Finale war die Erwartung in der Heimat gestiegen. Nach dem Sieg gegen Schweden organisierten Reisebüros plötzlich schnell noch Gruppenreisen zum Endspiel - mit Erfolg, wie es heißt. Trikots mit den Namen der Spielerinnen und andere Fan-Artikel waren überall ausverkauft. Auch der unter Rücktrittsdruck stehende Regierungschef Naoto Kan soll sich laut Medienberichten kurz überlegt haben, ob er nicht auch nach Deutschland fliegen und das Endspiel anschauen soll - verzichtete am Ende aber darauf, wie die Tageszeitung «Yomiuri Shimbun» berichtete. «Wir haben Selbstvertrauen, und ich glaube, es ist langsam Zeit, dass der Fußballgott uns einen Sieg gönnt», wurde Nationaltrainer Norio Sasaki kurz vor dem Endspiel zitiert. Ein Fischhändler auf dem weltberühmten Tokioter Fischmarkt Tsukiji nannte einen seiner Kraken - nach deutschem Beispiel - «Paul der Dritte» und ließ ihn orakeln, wer das Endspiel gewinnen werde. In einem Aquarium legte der Fischer zwei Töpfe aus, dahinter die Fahnen der USA und Japans. Prompt kroch der Krake in den Topf für Japan. «Klasse! Wenn es den Menschen in den Katastrophengebieten wenigstens etwas Mut und Hoffnung verleiht, freue ich mich. Danke!», bringt es ein Twitterer auf den Punkt.
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