Christian Lamping: Fan klebt Frauen an den Füßen
Lohne (dpa) - 15.07.2011, 11:17 Uhr
Seit 1974 werden zur Fußball-WM Sticker-Sammelalben auf den Markt gebracht.
Im Grunde genommen ist es bei vielen Hobbys so: Mit der brennenden Leidenschaft kommen auch einige eher lästige Pflichten. Auch wenn Christian Lamping darüber spricht, was ihn in den vergangenen Wochen viele hundert Kilometer über die Autobahn getrieben hat, klingt das so. Denn eigentlich interessiere sie ihn eher am Rande, die Frauenfußball-WM. «Wenn man mal zu Hause ist, guckt man schon mal die WM», sagt er nüchtern. Lamping geht es eher um Kleber statt Kicker. Seitdem er zehn Jahre alt ist, sammelt er Autogramme auf Panini-Stickern. «1998 habe ich zum ersten Mal per Post meine Aufkleber an eine Mannschaft geschickt», erzählt der heute 23-Jährige über das reguläre Bundesliga-Album, mit dem alles begonnen hat. Freundliche Antworten und viele Freundschaften zu anderen Sammlern weckten schnell das Fieber. Und als im Frühjahr nach 13 Jahren Männersammeln ein Frauenalbum auf den Markt kommt, dauert es nicht lange, bis Lampings Sammlerehre geweckt wird. «Da hab ich gedacht, da musst Du auch hinterher und die sammeln», meint der 23-jährige Sportverkäufer aus dem niedersächsischen Lohne.
Mit Erfolg: Ein gutes Dutzend Mannschaften hat er seitdem persönlich getroffen. Schnell hat er gemerkt, dass das Hobby bei den häufig im Amateurbereich spielenden Frauen besser ankommt als bei den inzwischen oft stark abgeschirmten Männern. «Die sind sehr freundlich», sagt Lamping. «Die Spielerinnen aus Äquatorialguinea haben geguckt wie sonst was. Der Trainer hat mich mitten im Training auf den Platz geholt, denen die Aufkleber gezeigt. Dann hat er mir Tipps gegeben, wo man am besten andere Mannschaften trifft», erzählt Lamping. Und sogar als mobile Tauschstation hat sich Lamping bewährt: Einigen englischen Kickerinnen hilft er, ihr Album zu füllen und bekommt ihm Gegenzug vier Tickets zum Viertelfinale gegen Frankreich und ein T-Shirt - natürlich mit Autogrammen. Kein Vergleich also zu einer Episode, die Lamping im Jahr 2006 einen besorgten Anruf von der Polizei brachte. Wie bei jeder Mannschaft wollte er auch den Spielern aus Saudi-Arabien das Unterschreiben besonders leicht machen und schickte im Sammel-Brief auch einen Filzstift mit. «Das kam nicht gut an, als die gemerkt haben, dass da was im Brief liegt», sagt Lamping. Besorgte Ermittler riefen ihn an und fragten, was es mit dem Inhalt auf sich habe. Obwohl die Situation schnell geklärt werden konnte, blieb für Lamping ein Problem bestehen: Die Unterschriften der Spieler hat er nie bekommen.
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