Ballmädchen im WM-Stadion: Grinsen ja, Jubeln nein
14.07.2011, 12:57 Uhr
Von Ballmädchen Svenja Rode wird während eines Spiels Zurückhaltung gefordert.
Frankfurt am Main/Berlin (dpa) - Aufschreien, die Arme hochreißen oder die La-Ola-Welle mitmachen - das ist für Svenja Rode als Ballmädchen im Frankfurter WM-Stadion verboten. Die 15-Jährige musste bei ihren Einsätzen fair bleiben. Beim Halbfinale Japan gegen Schweden (3:1) war sie zum dritten Mal bei der Frauen-WM ganz nah dran am Spielgeschehen. «Das ist schon richtig cool, auf jeden Fall. Man sieht halt viel mehr», sagt die Schülerin aus dem hessischen Egelsbach, «aber es ist schon schwierig, seine Emotionen unter Kontrolle zu behalten.» Auch als sie beim Vorrundenspiel der Mannschaft von Silvia Neid gegen Nigeria am Spielfeldrand stand, durfte sie als Fan ihre Freude nicht herauslassen. «Es ging dadurch ganz gut, dass die Deutschen nur ein Tor geschossen haben. Ich habe dann halt die ganze Zeit gegrinst. Und das dürfen wir», erzählt Svenja Rode.
Sie selbst steht im Tor der B-Jugend in Egelsbach. Ein Auswahltrainer empfahl sie als Ballmädchen. Dass die Jugendlichen selbst gut Fußball spielen, war Voraussetzung. «Wir sind ja direkt am Spielgeschehen beteiligt, deswegen müssen wir wissen, wann Abseits war, was passiert ist und wer den Ball bekommt», sagt Svenja. Was den 14 Ballkindern pro Spiel erlaubt ist und was nicht, regelt ein dickes Handbuch. Svenja Rode hat die Regeln zusammen mit den anderen Jugendlichen für das WM-Stadion in Frankfurt bei einem Ballmädchen-Training gelernt. Wie sie den Ball halten, wann und wie sie ihn werfen soll und wo sie steht, all das ist vorgeschrieben. |