F wie historische Fehlentscheidung: Ungarns Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal übersah ein glasklares Handspiel von Äquatorialquineas Bruna. Die fing den Ball im Strafraum und hielt ihn sekundenlang fest. G wie Gäste auf der Ehrentribüne: Angela Merkel gab ein Comeback als «WM-Angie» beim Eröffnungsspiel und kam in Wolfsburg ins Teamhotel. Altkanzler Helmut Kohl fieberte in der Frankfurter WM-Arena mit. H wie Kim Kyong Hwa oder Jon Myong Hwa: Unter diesen Namen druckte Panini zweimal ein und dieselbe Nordkoreanerin ab. Ansonsten war das erste Album zu einer Frauen-WM überhaupt ein voller Erfolg. I wie Intoleranz: Nigerias Trainerin Ngozi Eucharia Uche sorgte mit lesbenfeindlichen Interview-Aussagen für Schlagzeilen. Bekam einen Rüffel von der FIFA und fühlte sich plötzlich völlig missverstanden. J wie Jubel: Megan Rapinoe grölte nach einem Tor ins Stadionmikrofon Springsteens «Born in the USA», Schweden führte Rasen-Tänze auf und Brasiliens Cristiane begeisterte mit Radwende und Rückwärtssalto. K wie Karla Kick: Die dauergutgelaunte Katze war das WM-Maskottchen. Steffi Jones und die jungen Fans liebten sie. Es kam aber raus, dass in dem Kostüm ausgerechnet zur Frauen-WM ein junger Mann steckt! L wie langweilig: Leider fehlte der WM-Ohrwurm. Der offizielle FIFA-WM-Song «Happiness» von Alexis Jordan taugte dazu genauso wenig wie Mel C.'s «Rock Me» oder Frida Golds «Wovon sollen wir träumen». M wie Machos: Mario Basler oder Heiner Lauterbach sind prominent zu nennen. Basler schrieb in «Bild»: «Wenn Mädels auf dem Rasen rumtoben wollen, sollen sie ein Netz aufstellen und Tennis spielen.» N wie Neid: Die Bundestrainerin, deren Vertrag vorher noch bis 2016 verlängert wurde, bekam nach der verpatzten Heim-WM harsche Kritik ab. «Offenbarungsneid» titelten die «Badischen Neuesten Nachrichten». Ihre Bedenkzeit über die Zukunft währte nur kurz: Sie macht weiter. O wie Olympia-Aus: Der deutsche Viertelfinal-K.o. war doppelt hart. Damit wurde auch das Ticket für London 2012 verpasst - mit Schweden und Frankreich waren zwei Europa-Teams bei der WM besser. P wie Premiere für Claudia Neumann: Die ZDF-Sportreporterin war beim Gruppenspiel zwischen Schweden und Kolumbien die erste Frau überhaupt im deutschen Fernsehen, die ein WM-Fußballspiel kommentiert hat. Q wie Quote: Die DFB-Elf stürmte bis zu ihrem frühen Ausscheiden von Rekordquote zu Rekordquote. Das 0:1 gegen Japan mit 16,95 Millionen Zuschauern war das meistgesehene Frauenfußball-Spiel hierzulande. R wie Rummel: Beim Public-Viewing in Frankfurt war die Hölle los. Auf Deutschlands größte Fanmeile am Mainufer strömten zum deutschen Viertelfinale sogar 17 000 Menschen. Die Stadt Berlin machte nichts. S wie Steffi Jones: War als OK-Chefin das Gesicht der WM - reiste im Gegensatz zu Franz Beckenbauer im Turnierverlauf aber nur einmal per Helikopter. Wird Direktorin der neuen DFB-Frauenfußball-Abteilung. T wie Twitter: Nadine Angerer entdeckte bei der WM das Twittern. Sie twitterte über Kämpfe von Zimmerpartnerin Bresonik mit einer Motte - und rief einen «Battle» um die meisten Follower mit dem DFB aus. U wie Ungemach: Zwei Spielerinnen Nordkoreas wurden positiv getestet. Da musste die ganze Mannschaft zu Dopingkontrollen antreten - einmalig bei Weltmeisterschaften. V wie Villeroy & Boch: Die Porzellan-Firma nervte die Häme über das Blümchen-Service, die DFB-Prämie für die 89er Europameisterinnen. Für Positiv-PR schenkte sie nun die moderne Kollektion «New Wave». W wie Wackeldackel: Der deutsche Tross hatte als Maskottchen einen schwarz-rot-goldenen Wackeldackel. Theo-Michael - benannt nach Theo Zwanziger und Torwart-Coach Michael Fuchs, saß im Bus auf der Armatur. X wie römisch 10: Martas Rücknummer. Die fünffache Weltfußballerin traf zwar viermal und stellte den Prinz-Rekord von 14 WM-Toren ein. Aber: Viertelfinal-K.o. und Pfiffe für unsympathische Auftritte. Y wie Youngster Alexandra Popp: Die Jüngste im deutschen Team war beim U-20-WM-Sieg 2010 noch beste Spielerin und beste Torschützin. Diesmal blieb sie Einwechselspielerin ohne Tor. Z wie europäischer Zuschauerrekord: Zum Eröffnungsspiel kamen 73 680 Besucher ins ausverkaufte Berliner Olympiastadion. Der Weltrekord: Das WM-Finale '99 zwischen Gastgeber USA und China vor 90 185 Fans.
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