Mit Bartstoppeln auf Erfolgskurs: Thomas Dennerby
Frankfurt/Main (dpa) - 13.07.2011, 12:56 Uhr
Bei Schwedens Coach Thomas Dennerby sprießt der Bart.
Einst war er Polizeiinspektor und Drogenfahnder, dann als «Weichei» verspottet und nun zeigt er sich mit Bartstoppeln ganz männlich: Schwedens Nationaltrainer Thomas Dennerby hat sich seit Beginn der Frauenfußball-Weltmeisterschaft nicht mehr rasiert. Das habe er sich von einer Sitte bei Eishockey-Turnieren abgeschaut, erklärt der 51-Jährige. «Schön sieht's ja nicht gerade aus. Aber wenn man etwas versprochen hat, muss man das auch halten.» «Versprochen» hat Dennerby eine Rasur im Falle eines Finalsiegs in Frankfurt. Die Qualifikation für Olympia 2012 haben seine Schwedinnen auf Kosten der deutschen Mannschaft bereits in der Tasche. Schon vor der WM hatte der frühere U 21-Nationalspieler selbstbewusste Töne angeschlagen: «Wir haben die beste schwedische Mannschaft aller Zeiten», meinte er im Internetdienst damfotboll.com. Nach immer besseren Leistungen der Blaugelben um Ausnahmestürmerin Lotta Schelin sind die Skeptiker in Stockholm verstummt. Seit seinem Amtsantritt 2005 als Nachfolger von Trainerin Marika Domanski-Lyfors hat Dennerby nur begrenzte Erfolge aufzuweisen: Bei den Olympischen Spielen 2008 und der Europameisterschaft 2009 war das Viertelfinale Endstation für eines der «Mutterländer» im Frauenfußball.
Schweden war als einziges europäisches Team bei allen Welt- und Europameisterschaften und Sommerspielen dabei. Sei 1988 gibt es die erste Liga, bei Umea IK spielte vier Jahre lang auch die fünfmalige Weltfußballerin Marta aus Brasilien. 2003 war Schweden im WM-Finale Deutschland nach dem «Goldenen Tor» von Nia Künzer unterlegen. Dennerby selbst hat beim Stockholmer Kultclub Hammarby IF, gespielt, Heimat der schwedischen Fußballlegende Lennart «Nacka» Skoglund. Als Trainer ging die Reise von Hammarby über die Frauenelf beim Lokalrivalen Djurgården IF/Älvsjö, wo er die Männer- und Frauenmannschaft trainierte, zum Landesverband SFF. Dort wurde der Blondschopf mitunter als «Weichei» kritisiert. |