Stürmerin Inka Grings (32) mochte in der ersten Enttäuschung noch keinen Gedanken daran verschwenden, wie es um ihre Zukunft im DFB-Dress bestellt ist. Die gleich alte Torhüterin Nadine Angerer hat sich dagegen schon festgelegt, will so auf keinen Fall abtreten: «Ich denke nicht ans Aufhören, jetzt erst recht nicht.» Jeweils älter als 30 sind aus dem WM-Kader nur noch die Weltmeisterinnen Kerstin Garefrekes und Martina Müller, die neben den beiden Ersatztorhüterinnen Ursula Holl und Almuth Schult sowie Verena Faißt (22) ohne Turnier-Einsatz blieb. Garefrekes dürfte bis zur EM weitermachen, bei Müller ist es ungewiss. «Wir werden es so machen wie immer und auch junge Spielerinnen integrieren», sagte Neid. «Wir haben mehr als eineinhalb Jahre Zeit, um uns auf die EM vorzubereiten. Aber uns muss klar sein, dass es nicht einfach ist, Titel zu gewinnen, das hat diese WM gezeigt» betonte Neid. Gleichwohl muss dem DFB nicht bange sein um seine weibliche Zukunft. Das Reservoir an guten Nachwuchskräften in Deutschland ist riesengroß. Die U 19 wurde vor wenigen Wochen mit einem 8:1-Kantersieg im Finale gegen Norwegen Europameister. Im Vorjahr holte die U 20 den WM-Titel. Aus dieser Elf gehörten bereits Alexandra Popp, Kim Kulig, Bianca Schmidt und Schult zum WM-Kader. Als große Hoffnungsträgerin gilt die Frankfurter Spielmacherin Dzsenifer Marozsan, die das Turnier nur wegen einer Verletzung in der Vorbereitung verpasste und bei Neids schleichendem Generationswechsel eine feste Größe ist. Andere Nachwuchskräfte werden nachdrängen. Selbst «Chefkritiker» Bernd Schröder ist optimistisch. «Unsere U 19 ist Europameister geworden. Unser Fußball ist dreimal besser», sagte der Potsdamer Meistertrainer, den nur eines ärgert: «Wir konnten es nicht umsetzen.»
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