Solo für alle: Torhüterin hält US-Team im Turnier
Dresden (dpa) - 11.07.2011, 13:46 Uhr
US-Torhüterin Hope Solo (l) feiert mit Teamkollegin Abby Wambach den Sieg über die Brasilianerinnen.
Den zweijährigen Neffen auf dem Arm, die Auszeichnung als beste Spielerin in der Hand und das große Ziel weiter vor Augen: Nach dem dramatischen Viertelfinale gegen Brasilien war US-Keeperin Hope Solo einfach nur glücklich. Im Elfmeterschießen parierte Hope Solo den entscheidenden Schuss und legte damit die Grundlage für den 5:3 (2:2, 1:1, 1:0)-Erfolg in Dresden. «Wir haben bis zum Schluss alles gegeben und haben es geschafft», sagte die 29-Jährige mit einem ansteckenden Dauerlächeln. Auf dem Weg zum erhofften dritten WM-Titel ist am Mittwoch in Mönchengladbach Frankreich der nächste Gegner. Der sechste Einzug ins WM-Halbfinale in Serie hing für die US-Frauen am seidenen Faden. 1:2 lag der Weltranglistenerste zurück, ehe Abby Wambach mit einem lehrbuchreifen Kopfball in der zweiten Nachspielminute der Verlängerung zum 2:2 traf. Mit dem laut US-Verband spätesten Treffer der WM-Geschichte egalisierte die Stürmerin nach fast einstündiger Unterzahl noch das Führungstor von Doppel-Torschützin Marta. «Ich wusste, Abby würde noch groß rauskommen. Wenn es darauf ankommt, ist sie da», sagte Hope Solo.
Insbesondere die Schlussfrau erlebte gegen die favorisierten Brasilianerinnen ein Gefühlschaos. Nach der Roten Karte für Rachel Buehler (65.) wegen einer Notbremse gegen Marta parierte sie den fälligen Foulstrafstoß von Cristiane und damit ihren ersten Elfmeter der Partie. Doch weil angeblich eine US-Spielerin zu früh in den Strafraum gelaufen war, entschied Schiedsrichterin Jacqui Melksham (Australien) auf Wiederholung. Den zweiten Versuch verwandelte Marta. «Ich war so frustriert», gestand Hope Solo, «meine Gefühle gingen mit mir durch. Ich habe gefeiert und war so aufgeregt. Und als ich mich umdrehte, musste der Elfmeter wiederholt werden. Das war eine emotionale Achterbahnfahrt.» Für ihren Gefühlsausbruch sah sie die Gelbe Karte. Doch ihre Aktion und der Platzverweis wirkten wie eine Initialzündung. «Wir haben unser Herz auf den Platz geworfen», sagte Solo pathetisch. Und Trainerin Pia Sundhage meinte: «Als Rachel Buehler vom Feld musste, haben wir angefangen zu spielen.» |