Zudem sorgte der Umgang mit Rekordnationalspielerin Birgit Prinz, die gegen Japan ihr internationales Karriereende auf der Bank erlebte, für Unmut. «Man hätte ihr schon mehr zeigen können, dass man auf sie zählt», sagte Frankfurts Dietrich, der zugleich Berater der früheren deutschen Spielführerin ist. «Sie hätte eine wichtige Rolle spielen können.» Auch Schröder hatte gefordert, dass Prinz nicht «allein als Sündenbock herhalten» dürfe. Doch zumindest für die Entscheidung, die 33 Jahre alte Angreiferin im K.o.-Spiel gegen Japan draußen zu lassen, erhielt Neid Zustimmung von ihrem fleißigsten Kritiker: «Birgit ist zu langsam gegen die flinken Japanerinnen.» Zudem hatte Neid mit einigen taktisch überraschenden Schachzügen während der WM durchaus für Verwunderung gesorgt. So blieb Prinz in der für sie ungewohnten Rolle als einzige Spitze weitgehend wirkungslos und rutschte somit weiter in die Formkrise. Gegen Japan verwunderte die frühe Auswechslung von Linda Bresonik, die als Ersatz der verletzten Kim Kulig im defensiven Mittelfeld eine starke Leistung geboten hatte. «Die Trainerin war unzufrieden, und deshalb hat sie mich rausgenommen», sagte die Duisburgerin. «Man findet das selber immer etwas anders.» Die ehemalige Nationalspielerin und ARD-Expertin Nia Künzer kritisierte im Ersten die defensive Mannschaftsaufstellung der DFB-Elf. «Was sich wie ein roter Faden durch die Vorbereitung, aber auch im Turnier gezeigt hat: die deutsche Mannschaft hat sich sehr schwergetan mit der Spieleröffnung, im Aufbauspiel.» Nach der frühen verletzungsbedingten Auswechslung von Kim Kulig sei Neid in Nöte gekommen und habe «die Mannschaft vielleicht zu defensiv aufgestellt». «Ich bin mir sicher, Birgit Prinz hätte als erfahrene Spielerin der Mannschaft helfen können», ergänzte Künzer.
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