In der Frauenfußball-Nationalmannschaft besticht Linda Bresonik als Teamplayerin mit Ecken und Kanten, nach der Karriere strebt die Defensivallrounderin in die Unabhängigkeit. «Ich möchte nirgendwo angestellt sein und für mich arbeiten», erzählt die 27-Jährige über ihre langfristigen Pläne von der Selbstständigkeit. Ihr «kleiner Traum» dabei: ein eigener Hunde-Salon. Während der WM muss sie allerdings ihr «Faible» für Vierbeiner zurückstellen, Hovawart Emma ist bei ihrem Opa «in guten Händen».
In der sportlichen Laufbahn setzte Bresonik ebenfalls stets ihren eigenen Kopf durch und stand sich auf dem Werdegang zur unumstrittenen Stammkraft auf der rechten Abwehrseite zu Beginn selbst im Weg. Nachdem sie eigenmächtig wegen einer Verletzung von der WM 2003 abgereist war, dauerte es - auch wegen persönlicher Rückschläge wie dem Tod ihrer Mutter - knapp vier Jahre bis sie wieder für das Nationalteam nominiert wurde.
Seitdem baut Bundestrainerin Silvia Neid auf die vielseitige Abwehrspielerin, die in der Viererkette sowohl außen und innen als auch zentral vor der Defensivreihe einsetzbar ist und mit ihrer starken Technik auch das Aufbauspiel antreiben kann.
Obwohl Bresonik stets für einen Spruch gut ist, kommt ihr die Rolle im Schatten der viel beachteten Teamkolleginnen um Fatmire Bajramaj bei der Heim-WM durchaus gelegen. «Ich stehe nicht so gerne in der Öffentlichkeit, mache gerne mein eigenes Ding», betont die leidenschaftliche Swingolferin.
Die Zurückhaltung rührt auch aus ihrer persönlichen Vita. Als sich Boulevardmedien auf Details ihrer Beziehung zu Teamkollegin Inka Grings und Fußball-Trainer Holger Fach stürzten, war das «eine bittere Erfahrung. Das hat mich getroffen», erinnert Bresonik. «Die logische Konsequenz ist, dass ich nichts von meinem Privatleben preisgebe in Klatsch und Tratsch.»
Das sportliche Rampenlicht bei der WM genießt sie allerdings, so dass dem reflektierenden Vollprofi «keine schönen Gedanken» an den künftigen Zuschauerzuspruch in den Sinn kommen. «Das wird schon eine schwierige Kiste, wenn ich daran denke, dass in der Bundesliga wieder nur 1000, 2000 Leute kommen.»
In der Frage, ob sie auch kommende Saison für den FCR Duisburg auflaufen wird, sei «noch alles offen». Ihren bis 2012 laufenden Vertrag hatte sie fristgerecht gekündigt, allerdings bis zum Stichtag Ende Juni keinen Club gefunden, der die festgeschriebene Ablösesumme bezahlt. «Es ist ein sehr überlegter Schritt. Ich bin nicht mehr die jüngste und sehr heimatbezogen», sagt die gebürtige Essenerin während der WM. So wird ihr Lebensmittelpunkt wohl weiter im Ruhrgebiet bleiben, wo dann in einigen Jahren auch ihr Hunde-Salon seine haarigen Kunden finden soll.