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Maryam Majd: Traum von der Fußball-WM zerstört

Berlin (dpa) - 07.07.2011, 11:32 Uhr

Zwei Demonstranten protestieren in Mönchengladbach am Rande der WM für die Freilassung Maryam Majds.
Zwei Demonstranten protestieren in Mönchengladbach am Rande der WM für die Freilassung Maryam Majds.

Eigentlich sollte die Frauen-WM auch für Maryam Majd ein ganz besonderes Turnier werden. Die iranische Sportfotografin wollte das Fußballereignis mit ihrer Kamera begleiten, ein Bildband sollte so entstehen: Frauenfußball aus einem ganz eigenen Blickwinkel.

Doch es kam anders: Am 16. Juni, einen Tag vor Majds Abreise nach Deutschland, wurde sie im Haus ihres Vaters in Teheran festgenommen, wie die Vereinigung Reporter ohne Grenzen (ROG) berichtet. Was genau die iranischen Behörden der 25-Jährigen vorwerfen, ist unklar. Es gebe noch keine offizielle Anklage, berichtete der Anwalt der Familie von Majd laut ROG.

Für die Beobachter in Deutschland scheint jedoch klar: Majd wurde verhaftet, weil sie sich seit Jahren für Frauen- und Menschenrechte im Iran einsetzt. So fordert sie unter anderem, dass Frauen Fußballspiele im Stadion anschauen dürfen, was verboten ist. Sie arbeitete außerdem für die feministische Frauenzeitschrift «Zanan», die 2008 verboten wurde, weil sie islamische Werte beleidige, wie es von den Zensoren hieß.

Zur WM 2011 hatte die ehemalige deutsche Nationalspielerin Petra Landers ihre Bekannte Majd eingeladen; die Akkreditierung für die Iranerin lag vor, die Vorfreude auf das Turnier war groß. «Es war ein Traum für sie», sagte Landers der Nachrichtenagentur dpa. Die Europameisterin von 1989 besitzt eine Druckerei, wollte mit Majds Fotos einen Bildband herausbringen. «Der sollte die ganze Bandbreite des Frauenfußballs zeigen - von sozialen Projekten für drogenabhängige oder vergewaltigte Frauen bis zum Profitum.» Daraus wird nun nichts - Majd sitzt während der WM-Spiele in Haft.

In Deutschland gab es eine Welle der Empörung: Bundestagspräsident Norbert Lammert schrieb deswegen an seinen iranischen Amtskollegen, das Auswärtige Amt forderte ebenso wie das WM-Organisationskomitee und Journalistenorganisationen ihre sofortige Freilassung. Landers findet das gut: «Die Öffentlichkeit muss weiter Druck machen, wir dürfen Maryam nicht vergessen.»

Der Anwalt der Familie äußerte die Hoffnung, dass Majd bald freikommen könne - darauf deute das Fehlen einer Anklage hin. Ob es dazu kommt und wie es dann mit Majd, ihrem Job als Sportjournalistin und ihrem Engagement für Frauenrechte weitergeht, bleibt offen.


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