Modisch waren schwarz-rot-goldene Blumenketten und bunte Hüte die Souvenir-Renner. Aber auch immer mehr Fähnchen in den Nationalfarben flatterten an Seitenscheiben der Autos. Die Berlin-Touristen aus aller Welt unterbrachen zum Beginn des «Sommermärchens» der «Sommermädchen» gern ihre Sightseeing-Tour und freuten sich über die gute Laune: Eine Gruppe Mädchen spielte nahe der Gedächtniskirche spontan ein kleines Fußballmatch. Junge Männer stimmten «Olé, olé, olé» an und klatschten begeistert. Die Stimmung war in der Stadt genauso großartig wie bei der Riesenparty zum Bundesliga-Aufstieg von Hertha und wie immer beim traditionellen Berliner Pokalfinale. In Sinsheim, wo sich Nigeria und Frankreich (0:1) am Nachmittag noch vor dem deutschen Spiel gegenüberstanden, fieberten nicht nur die 25 475 Fans in der Rhein-Neckar-Arena mit. Auch die Veranstalter auf der Fanmeile des kleinsten WM-Ortes waren mit 2000 Besuchern hochzufrieden. «Wir sind freudig überrascht», sagte die WM-Beauftragte von Sinsheim, Sandra Aisenpreis. Im WM-Spielort Mönchengladbach waren gut 4000 Menschen auf der Fanmeile «Starke Frauen» schon früh am Nachmittag da, bis zum Abend mit dem deutschen Spiel waren es mehr als 10 000. Mit einer Vorabend-Party hatte sich der Finalort Frankfurt eingestimmt. Die Main-Metropole startete mit dem Multimedia-Spektakel «Ballzauber» ins Turnier und lockte mehr als 120 000 rpt 120 000 Besucher an, noch bevor der Ball rollte. Mit rund 650 Musikern und Trachtlern läutete WM-Spielort Augsburg als einzige Gastgeberstadt in Bayern das WM-Abenteuer ein. Der Festplatz erwies sich bei Sonnenschein sogar als zu klein, mehr als 2000 Fans kamen, zeitweise mussten die Eingänge gesperrt werden. Auch im WM-Ort Wolfsburg trafen sich mehrere tausend Fans zum gemeinsamen Public Viewing. Die Polizei konnte dem Geschehen am Sonntag meist in Ruhe zusehen. Bei einem gemeinsamen evangelisch und katholischen Gottesdienst in der Berliner Gedächtniskirche hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger von der Kanzel eine Fürbitte um eine friedliche WM gesprochen: «Gib, dass Hass und Gewalt keinen Raum finden in den Stadien und in den Städten.» Zumindest zum Auftakt ging der Wunsch in Erfüllung. «Von Hooligans ist weit und breit nichts zu sehen». sagte ein Einsatzleiter der Polizei in Frankfurt/Main.
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