An das Gute des Deutschland-Aufenthaltes der nordkoreanischen Mannschaft glaubt weiterhin Grünen-Chefin Claudia Roth, die damals ebenfalls zur Reise-Delegation gehörte. Illusionen hatte sie sich von vornherein nicht gemacht. «Ich weiß, dass die Mannschaft sehr abgeschottet ist. Aber ich hoffe, dass die Spielerinnen und ihr Umfeld trotzdem erleben werden, wie es in einer Demokratie zugeht. Ich glaube nicht, dass die Mannschaft so nach Nordkorea zurückkehrt, wie sie angereist ist», sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Das sei zwar ein winziger Beitrag, aber ein notwendiger. «Ich hoffe, dass es dennoch zu Begegnungen kommt. Denn ein Sich-Einschließen, ein Sich-Verschließen gegenüber der Welt hat keine Zukunft», betonte Roth. Das glaubt auch der USA-Botschafter in Deutschland, Philip D. Murphy. In einem Interview mit der Zeitung «taz» (Dienstag) sagte er: «Wir unterhalten keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea, aber darüber hinaus hat es keine politische Dimension. Ich denke aber schon, dass man mit Sport Diplomatie betreiben kann, vor allem mit Fußball. Fußball ist ein großer Gleichmacher. Ein großer Vermittler.» Einer völligen Abschottung hat zumindest der Weltverband FIFA einen Riegel vorgeschoben. Die Teams aus Nordkorea und den USA wohnen in Dresden im selben Hotel, laufen sich damit täglich über den Weg. Und am Dienstag müssen sich die Spielerinnen vor und nach dem Spiel die Hände reichen. Ob es auch zu Begegnungen nach der Partie bei einer Friedensandacht in der Dresdner Frauenkirche und einem Galaabendessen kommt, ist da schon wieder fraglich. Und aus nordkoreanischer Sicht zumindest abhängig vom Ausgang des Spiels. Bei aller Rivalität wollte Nordkoreas Trainer Kim Kwan Min keine politische Bedeutung in dem Aufeinandertreffen sehen. «Sport ist Sport und Fußball hat nichts mit Politik zu tun», meinte der Coach während der ersten offiziellen Pressekonferenz und gab sich betont redselig. Auch Kapitän Yo Yun Mi lobte die Gastfreundschaft der Sachsen: «Wir werden immer mit einem freundlichen Hallo gegrüßt», meinte die wohl beste Spielerin Asiens.
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