WM-Angie ist wieder da: Der Fußball-Fan Merkel
Frankfurt/Main (dpa) - 27.06.2011, 16:35 Uhr
Bundeskanzlerin Angela Merkel (M) amüsierte sich auf der Tribüne des Olympiastadions.
Sie sprang in ihrem beigen Hosenanzug auf und schleuderte die Arme mit ausgestreckten Handflächen in die Luft: Pünktlich zur Heim-Weltmeisterschaft der Frauen ist «WM-Angie» wieder da. Am Sonntagabend fieberte die Bundeskanzlerin gestenreich wie schon 2006 mit der deutschen Mannschaft. Wieder mit Brille, hochkonzentriert und neben DFB-Präsident Theo Zwanziger. «Das alte Ehrentribünenerfolgsgespann», schrieb «Bild». Und Merkel war von der Stimmung im mit 73 680 Fans ausverkauften Berliner Olympiastadion ganz aus dem Häuschen: «Das kann bei den Männern nicht besser sein.» Der hessische Radiosender FFH taufte die 56-Jährige liebevoll «Feierbiest». Bei welchen WM-Terminen die TV-Zuschauer noch auf ihre Jubelposen hoffen dürfen, ist noch offen. Auf jeden Fall traut sie der DFB-Elf «eine Menge» zu. Und das Ehrenmitglied von Energie Cottbus kennt sich aus, obwohl selbst erklärter Sportmuffel. Merkel war früher Fan von Johan Cruyff und hat schon 1974 als Studentin in Leipzig im Stadion gesessen, als die DDR gegen England spielte.
WM-Cheforganisatorin Steffi Jones sagte: «Ohne die Bundeskanzlerin gäbe es gar keine Frauen-WM hier in Deutschland.» Schließlich war sie es, die den DFB ermunterte, sich zu bewerben, erklärte Jones. Von der CDU-Chefin als öffentlichem Fußballfan hat man inzwischen einige Bilder im Kopf: Im vergangenen Oktober ließ sie sich nach der Türkei-Begegnung in der Männer-Kabine ablichten, als sie dem halbnackten Mesut Özil gratulierte - während in Deutschland die Integrationsdebatte tobte. 2006 hüpfte sie vor Freude beim Polen-Spiel, den Trainer Jürgen Klinsmann herzte sie innig. Und Torwart Jens Lehmann wird wohl nie vergessen, wie er von Merkel vor versammelter Mannschaft über das Elterngeld aufgeklärt wurde, eine denkwürdige Szene aus Sönke Wortmanns Film über das «Sommermärchen». Ihr Lieblingsspieler ist Bastian Schweinsteiger, sie schätzt auch Kapitän Philipp Lahm. Bei den Frauen weiß man es noch nicht.
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