Auch mal Anschreien: DFB-Defensive rückt zusammen
Frankfurt/Main (dpa) - 29.06.2011, 15:28 Uhr
Torfrau Nadine Angerer setzt für das kommende Spiel auf das blinde Vertrauen mit der Abwehr.
Vor mehr als 73 000 Zuschauern half manchmal nur Schreien, beim zweiten WM-Auftritt will die deutsche Defensive alle Kommunikationsprobleme beseitigen. Nach dem wackligen Start beim 2:1 gegen Kanada unter dem Lärm der europäischen Rekordkulisse in Berlin setzt auch Nadine Angerer auf das gewohnt «blinde Verständnis» ihrer Vorderleute. «Wir haben eine clevere Abwehr. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass sie es gegen Nigeria besser machen», meinte die Torfrau vor der Partie gegen den Afrikameister am Donnerstag. Nachdem die Null in allen Testspielen stand, hinterließ die Premiere bei der Heim-WM einige offene Fragen über den Defensivverbund, der im Eröffnungsspiel das erste Tor des Jahres zuließ. Zu tief stand die Viererkette am eigenen Strafraum, zu groß waren die Abstände zum Mittelfeld. «Das wollen wir alles besser machen. Wir müssen als Mannschaft enger zusammenstehen und uns in diesen Situationen gegenseitig helfen», sagte Saskia Bartusiak. Auch die ungewohnte Umgebung schien zum flattrigen Eindruck beigetragen zu haben. «Es war eine Umstellung, es ist super laut gewesen. Da muss man sich schon ziemlich anschreien», meinte die Innenverteidigerin.
DFB Nationalmannschaft Fanartikel
Nationalmannschaft Tickets bei Viagogo bestellen
Während die viel gerühmte Offensive auch bei der Heim-WM im Fokus steht, findet die Leistung der Verteidigerinnen meist nur wenig öffentliche Wertschätzung. «Ich brauche da keine besondere Würdigung», meinte die zum Auftakt starke Rechtsverteidigerin Babett Peter gelassen. Ähnliche Personaldiskussionen wie um die Besetzung der Offensive sind kaum zu erwarten. Seit dem ersten gemeinsamen Auftritt im EM-Finale 2009 gegen England (6:2) gilt die Abwehrkette mit den Außen Linda Bresonik (27) und Peter (23) sowie Bartusiak (28) und Annike Krahn (25) in der Zentrale als Idealbesetzung. Doch wegen des ewigen Verletzungspechs konnte das Quartett erst fünfmal zusammen in der Startformation auflaufen und sich erst in diesem Jahr dauerhaft aufeinander abstimmen. «Es ist sehr wichtig, dass man sich blind versteht in der Abwehr», lobte Peter die Verständigung mit ihren Kolleginnen. |