Die Fanmeilen im ganzen Land platzten bei der Übertragung aus Berlin aus allen Nähten, bei den übrigen Partien hielt sich die Partystimmung des Public Viewing in Grenzen. Bei der Begegnung USA - Nordkorea verloren sich in der Dresdner Partyzone nur wenige hundert Anhänger, während das benachbarte Rudolf-Harbig-Stadion zum Topspiel der Gruppe C gut gefüllt war. Allerdings haben die teilnehmenden Mannschaften auch deutlich weniger Anhänger mit nach Deutschland mitgebracht als dies beim Turnier vor fünf Jahren der Fall war. Sportlich bot das Turnier Erwartetes: Trotz überwiegend knapper Resultate kam in den Partien der ersten Runde nur selten echte Spannung auf. Ein Grund dafür dürfte die miserable Chancenverwertung sein, wobei Kerstin Garefrekes im Eröffnungsspiel den «Vogel abschoss», als sie aus drei Metern das leere kanadische Tor verfehlte. Dennoch zieht Steffi Jones vorerst ein positives sportliches Fazit: «Die bislang knappen Ergebnisse sprechen dafür, dass das Teilnehmerfeld enger zusammengerückt ist. Auch die vermeintlich kleineren Frauenfußball-Nationen können mithalten.» Für Silvia Neid ist es das «Schöne an dieser Weltmeisterschaft, dass es spannend wird bis zum Schluss und dass vielleicht Mannschaften sich nach der Vorrunde verabschieden müssen, mit denen keiner gerechnet hat.» Der guten Stimmung auf den Rängen taten die meist schwachen Leistungen der Angreiferinnen keinen Abbruch. «Die Atmosphäre war wirklich großartig. Man kann die Unterstützung der Fans auf dem Rasen förmlich spüren», sagte die schwedische Abwehrspielerin Sara Thunebro nach dem 1:0 in Leverkusen gegen Kolumbien. Sogar Nordkoreas abgeschottete Spielerinnen tauten bei dem freundlichem Empfang auf. Nach dem 0:2 gegen die USA wurde das Team von 500 Dresdner Fans bei der Abfahrt aus dem Rudolf-Harbig-Stadion beklatscht. Die Spielerinnen antworteten mit einem zwar verhaltenen, dennoch aber herzlichen Winken auf die Sympathiebekundungen.
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