Heute ist sie Spielführerin und Managerin ihrer Mannschaft. Nach dem Aufruf am schwarzen Brett habe sie sich nach und nach ein Team aufgebaut. «Es war schwierig», erinnert sie sich. Vor ihr habe sich niemand auf den Aushang ihrer Uni gemeldet, wie sie später erfuhr. Sie selbst veröffentlichte ihr Anliegen mit Anzeigen in Zeitungen - und konnte so schließlich eine Mannschaft aufbauen. «Heute geht es mir nicht mehr nur um Fußball», erzählt sie. «Es geht mir darum, die Gesellschaft zu verändern.» Durch den Sport könne sie auch Botschafterin für ihr Land sein. «Viele Leute denken, Palästinenser sind alle Terroristen, tragen Schleier und heiraten früh, um viele Kinder zu kriegen.» Durch den Fußball wolle sie dieses Image ändern. «Es ist eine Sprache, die jeder versteht.» Wie in jeder Sprache gibt es auch hier Kommunikationsprobleme: Zu einem Freundschaftsspiel in Berlin durften drei Frauen aus ihrem Team nicht mitreisen. «Sie kommen nicht, weil ihre Eltern Druck auf sie ausgeübt haben», sagt die Kapitänin. Palästinas Frauen sollten ausgerechnet mit denen aus Israel eine Mannschaft bilden. Kann Fußball also doch nicht alle Grenzen überwinden? «Tatsächlich habe auch ich nie mit ihnen zusammengespielt», bekennt Thaljieh. Die Probleme zwischen Israelis und Palästinensern würden eher größer als besser, findet sie. Dann wird die quirlige junge Frau einen Moment lang still. «Ich denke, es ist zu früh. Ein gemeinsames Spiel ist doch nur für das Marketing und das Image», sagt sie dann. «Ich mag kein Marketing. Ich mag die Wahrheit.» Manchmal liegt die eben nicht nur auf dem Platz.
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