Zehntausende Fans zittern mit deutscher Elf
Berlin (dpa) - 30.06.2011, 22:50 Uhr
Fans der deutschen Frauen-Nationalmannschaft schauen in Frankfurt am Main das Spiel gegen Nigeria.
«Uff, geschafft» statt «Oh, wie ist das schön»: Einige zehntausend Fans haben am Donnerstagabend mit der deutschen Nationalelf um den 1:0-Sieg gegen Nigeria gezittert. Beim Public Viewing unter freiem Himmel oder in Kneipen und Bars hatten sich viele wieder auf ihre deutschen «Sommermädchen» gefreut, die beim WM-Auftaktsieg am Sonntag die Fans begeistert hatten. Stattdessen gab es eher gedämpfte Stimmung mit einigen wenigen emotionalen Momenten. Im ausverkauften Frankfurter Stadion sorgten die rund 48 000 Zuschauer zwar bisweilen für ordentliche WM-Gänsehautatmosphäre, doch eine ausgelassene Feierstimmung wie am Wochenende im Berliner Olympiastadion blieb weitgehend aus. Prominentester Fan im Stadion war diesmal nicht Bundeskanzlerin Angela Merkel als «Fußball-Glücksbringer», sondern Alt-Kanzler Helmut Kohl, der von WM-Cheforganisatorin Steffi Jones sehr herzlich begrüßt wurde.
Gellende Pfiffe - wie sonst eher beim Männerfußball üblich - gab es bei einigen brutalen Fouls der Nigerianerinnen und gegen die schwache Schiedsrichterin; außerdem wurde die mäßige Leistung der deutschen Elf zur Halbzeitpause mit Pfiffen bedacht. Der 1:0-Siegtreffer durch Simone Laudehr in der 54. Minute drehte dann die Stimmung: Gelöster Jubel und Standing Ovations sowie «Jetzt geht's los»-Gesänge und «Deutschland, Deutschland»-Rufe erfüllten die Arena. Auf der Fanmeile der Stadt - der größten in Deutschland - war alles wieder schwarz-rot-gold: 10 000 Fans in Trikots, mit Fahnen, Hüten oder Blumenketten in den Deutschlandfarben verbreiteten echte WM-Atmosphäre vor den drei LED-Wänden - allerdings hatten hier beim ersten Spiel noch 15 000 Menschen gefeiert. Doch Kurt Stroscher, einer der Veranstalter der «Fußballgärten» am Mainufer, war guter Stimmung: «Der WM-Hype ist heute zum ersten Mal richtig spürbar.» |