Bochum (dpa) - 26.06.2011, 16:38 Uhr
Der Weltranglisten 4. aus Japan startet mit einer besonderen Mission in die Frauen-WM. Rund drei Monate nach dem verheerenden Erdbeben und dem Drama im Atomkraftwerk von Fukushima wollen die Fußballerinnen ihrer Heimat positive Schlagzeilen bescheren.
«In Japan gibt es nur schlechte Nachrichten. Ich muss Japan jetzt gute Nachrichten geben», sagte Angreiferin Yuki Nagasato von Turbine Potsdam vor dem ersten Spiel der Gruppe B gegen Neuseeland. Trotz der suboptimalen und von der Naturkatastrophe gestörten Vorbereitung geht das Team um die Bundesliga-Legionärinnen Nagasato, Kozue Ando (FCR Duisburg) und die künftige Frankfurterin Saki Kumagai (Urawa) mit großer Zuversicht in die Partie.
Spätestens seit dem dritten Platz beim stark besetzten Algarve-Cup im März wird die «Nadeshiko» hoch gehandelt. Mit der Rolle als WM-Geheimfavorit kann Norio Sasaki gut leben: «Unser Level ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden», kommentierte der Trainer.
Auch Spielführerin Homare Sawa hofft auf einen perfekten Turnierstart: «Wir wissen, dass das erste Turnierspiel immer besonders kompliziert ist. Aber wir sind stark genug, um Neuseeland zu schlagen.» Trainer Sasaki erwartet insgeheim ein «Endspiel» um den Sieg in der Gruppe B gegen England am 5. Juli: «Sie sind unsere stärksten Konkurrentinnen.»
Selbst die imposante Statistik des Gegners, der ohne Punktverlust und mit 50:0 Toren die Qualifikation für die Endrunde meisterte, kann die Japanerinnen nicht schrecken. Schließlich kamen die Kantersiege des Weltranglisten-24. aus Neuseeland in der mit Fußball-Exoten wie Papua-Neuguinea (11:0) und Tahiti (7:0) besetzten Ozeanien-Gruppe zustande. Doch die Mannschaft von Coach John Herdman will nun auf großer Bühne in Deutschland beweisen, dass sie auch gegen stärkere Gegner bestehen kann. «Das ist ein Riesenereignis und wir freuen uns schon alle sehr», sagte die neuseeländische Spielführerin Hayley Moorwood.