Frauenfußball wohl noch kein Wirtschaftsfaktor
Frankfurt/Main (dpa) - 22.06.2011, 08:55 Uhr
Laut Gabriele Widmann ist Frauenfußball noch «kein großer Wirtschaftsfaktor».
Auch wenn der deutsche Frauenfußball in den letzten Jahren extrem erfolgreich war: Entscheidende Impulse für die Wirtschaft können die Kicker von Trainerin Silvia Neid selbst bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land nicht liefern. Dies sagte Dekabank-Ökonomin Gabriele Widmann in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Frauenfußball ist kein großer Wirtschaftsfaktor, da müssen wir noch mal 20 Jahre warten», erklärte sie. Im kleinen Rahmen werde das Fußball-Turnier mit den erfolgsverwöhnten Titelverteidigerinnen um Birgit Prinz aber durchaus spürbar sein, glaubt Widmann: «Eventuell werden ein paar Fernseher mehr verkauft als in normalen Sommern, vielleicht könnte es auch einigen Sportausrüstern einen kleinen Schub verschaffen, obwohl Frauen weniger Trikots kaufen als Männer.»
Am Ende werde die WM den Umsatz des Einzelhandels aber nur im «Nachkommastellenbereich» berühren. «Die einzigen, die es spüren werden, sind sicher die Fähnchenhersteller. Dort sind die Umsätze grundsätzlich so klein, dass der Verkauf von Deutschlandfahnen erkleckliche Zuwächse bringt.» Wichtig sei in jedem Fall, dass die deutschen Frauen gut ins Turnier starteten und so eine Welle der Begeisterung auslösten. Davon könnten Gastronomie und Einzelhandel zumindest in den Austragungsorten profitieren. «Das sind - mit Ausnahme von Berlin und Frankfurt - vor allem mittelgroße Städte wie Wolfsburg, Augsburg oder Bochum. Dort wird man es merken, wenn die Fans zwei, drei Tage lang kommen. Das dürfte einen schönen Schub geben.» |