Birgit Prinz spielt im Sturm mit der Rückennummer 9.
Name:
Birgit Prinz
Geburtsdatum:
25. Oktober 1977
Geburtsort:
Frankfurt am Main
Größe:
1,79 m
Position:
Angriff
Trikotnummer:
9
Verein:
1. FFC Frankfurt
Frühere Vereine:
Carolina Courage (WUSA), 1. FFC Frankfurt,
FSV Frankfurt, FC Hochstadt,
Dörnigheimer SV
Länderspiele:
211*
Erstes Länderspiel:
27. Juli 1994 gegen Kanada
Der dritte WM-Titel hintereinander wäre die absolute Krönung für Birgit Prinz. Die 33-Jährige ist nicht nur deutsche Rekordnationalspielerin (211 Länderspiele) und Rekordtorschützin (128 Treffer), sie hat auch internationale Fußball-Geschichte geschrieben: Als einzige Spielerin überhaupt stand die Stürmerin vom 1. FFC Frankfurt schon in drei Endspielen - 1995, 2003 und 2007. Beim bislang letzten deutschen Triumph gelang ihr vor vier Jahren im Finale gegen Brasilien (2:0) die viel umjubelte Führung.
Als Birgit Prinz bei einem PR-Termin vor eine Werbewand geschoben wird, setzt die deutsche Rekordnationalspielerin eine skeptische Miene auf. Nein, die Frankfurterin liebt solche Auftritte nicht gerade. «Ich wollte sportlich immer ganz oben sein, das öffentliche Interesse ist der Preis dafür», sagt Prinz, die bei der Frauenfußball-WM ihre einzigartige Karriere mit dem dritten Titel krönen will.
Nadine Angerer kennt die «Weltfußballerin des Jahres» von 2003, 2004 und 2005 «gefühlte 100 Jahre». Die DFB-Torhüterin sagt: «Sie wird manchmal als griesgrämig und distanziert hingestellt, aber das ist sie überhaupt nicht. Sie ist halt nicht so die Person, die sich in den Mittelpunkt stellt. Sie wird eher dahin gedrängt.»
Vor ihrer fünften WM-Teilnahme ist Prinz, die in der Vorbereitung von einer Bänderdehnung im Sprunggelenk gebremst wurde, mit 14 Treffern alleinige Rekordtorschützin bei Endrundenturnieren. In 211 Länderspielen hat sie mit 128 Toren eine sensationelle Bilanz. Während Michael Ballack (34) als früherer Kapitän der Männer-Nationalmannschaft auf dem Abstellgleis steht, ist die Stürmerin im Alter von 33 Jahren unangefochten Spielführerin.
«Man merkt, dass man älter wird. Nicht immer auf dem Sportplatz, aber so als Person merke ich es. Und das ist auch ganz gut so, ich wollte mich nicht mehr wie 18 fühlen», sagt sie. «Aber grundsätzlich auf dem Sportplatz läuft es noch ganz gut, noch laufen mir die Jungen noch nicht davon.» Die Heim-WM war für sie der Grund, «die vergangenen Jahre weiter so hart zu trainieren».
Zum Glamourgirl taugt der «Star wider Willen» (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung») bis heute nicht, aber Humor kann ihr keiner absprechen. Auf die Frage, ob die jüngeren Teamkolleginnen wie Alexandra Popp, Kim Kulig oder Lira Bajramaj auch den nötigen Respekt zeigen, sorgt Prinz bei einem gemeinsamen Auftritt für Gelächter: «Normalerweise halten die fünf Meter Sicherheitsabstand. Ich weiß nicht, was Alex jetzt so nah neben mir tut.»
Man gehe ganz normal miteinander um. «Wir schaffen es auch, die Jungen immer ganz gut zu integrieren. Wir treten als Mannschaft auf, und nicht als Junge und Alte. Eigentlich interessiert es die Öffentlichkeit mehr als uns.»
Wenn die Reporter Prinz in ihrem privaten Umfeld filmen wollen, machte die fünfmalige Europameisterin und neunmalige deutsche Titelgewinnerin immer die Tür zu. Die Hobby-Tennispielerin und Leseratte ist froh, wenn sie - mit Brille - unerkannt am Main-Ufer entlangradeln kann.
PR-Termine sind für sie meist nur lästige Pflicht, schließlich hatte sie in den vergangenen Jahren mehr zu tun, als beim 1. FFC Frankfurt dem Ball nachzujagen. Die gelernte Physiotherapeutin ist inzwischen auch Diplom-Psychologin. «Zum einen wollte ich mir Perspektiven für die Zeit nach der Karriere schaffen», erklärt sie. «Zum anderen war es mir immer zu einseitig, nur Fußball zu spielen.» Sie wolle später schließlich nicht nur ihren Namen vermarkten.
Das tut Prinz auch jetzt nicht: Bei der WM geht es ihr nicht darum, ihre persönlichen Bestmarken noch weiter in die Höhe zu schrauben. «Tolle Spiele, volle Stadien, Begeisterung in Deutschland - wir wollen unseren Teil dazu beitragen.» Druck als Titelverteidiger und Gastgeber? «Die Fans machen uns keinen Druck», sagt Prinz. Bundestrainerin Silvia Neid kann sich darauf verlassen: Wie groß der Hype um das deutsche Team auch sein sollte: Birgit Prinz lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.