Berlin (dpa) - 14.02.2005, 18:44 Uhr
Im Streit um die Verkaufsbedingungen für die Eintrittskarten zur Fußball-WM 2006 hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) dem Organisationskomitee eine letzte Frist gesetzt.
Ein Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) habe keine Einigung gebracht, teilte der vzbv in Berlin mit. Am 17. Februar soll es noch ein Treffen zwischen DFB-Präsident Theo Zwanziger und Verbraucherverbands-Chefin Edda Müller geben. Falls es auch dann keine Einigung gibt, wollen die Verbraucherschützer Klage einreichen.
«Wir sind immer gesprächsbereit, wenn es um die Belange der Fans geht, aber was im Zusammenhang mit den WM-Tickets moniert wird, ist bei Sport-Großveranstaltungen Usus», sagte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach in Frankfurt/Main. Unberührt von dieser Diskussion werde das OK beim Umtausch von Tickets selbstverständlich serviceorientiert vorgehen. So sollen die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet bleiben, ein möglicher Schwarzmarkthandel soll soweit wie möglich eingedämmt werden.
In dem Streit geht es um mehrere Passagen des Ticket- Bestellformulars, mit dem derzeit Karten beantragt werden können. Nach Ansicht der Verbraucherschützer wird der Eindruck erweckt, dass die Fans der Weitergabe ihrer Daten zu Werbezwecken zustimmen müssen, damit ihre Bestellung überhaupt bearbeitet wird. Außerdem stört den Verband, dass Karten selbst bei Verlegung eines Spiels nicht zurückgegeben werden können und das Recht am eigenen Bild aufgegeben werden soll. Der DFB hat deshalb bereits Abmahnungen erhalten.
Ursprünglich hatte der vzbv dem WM-Organisatoren eine Frist bis 14. Februar gesetzt, bevor Klage erhoben wird. Die ersten Tickets für die WM im Juni/Juli 2006 können noch bis Ende März bestellt werden. Anschließend entscheidet das Los.
Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hatte einen Ombudsmann vorgeschlagen. Nach dem Vorbild im Banken- und Versicherungssektor sollte eine solche Anlaufstelle für Beschwerden und Probleme beim Verkauf von WM-Tickets eingerichtet werden, sagte sie. Entsprechende Gespräche würden bereits mit dem DFB geführt. «Schon jetzt zeichnen sich beim Ticketverkauf Probleme ab, die zu zahlreichen Nachfragen und zu Unmut bei Verbrauchern oder Verbänden führen», sagte Künast. Eine Ombudsstelle mit einem «verdienten Mann des Fußballgewerbes an der Spitze» wäre ein einfaches Frühwarnsystem. An ihrer Spitze könnten Personen wie Rudi Völler stehen.